Was geschah am 08.02. im Jahr ... 1946 26. Sitzung der Alliierten Kommandantur. Die Kommandanten billigen die Befehle BK/O (46) 77 über Privatschulen, BK/O (46) 78 über die Sportausübung und BK/O (46) 83, 84, 85 und 86 über die Ernennungen des Präsidenten und Vizepräsidenten des Kammergerichts sowie des Bezirksbürgermeisters von Friedrichshain. Ferner wird befohlen, in das Unterrichtsprogramm der oberen Klassen der Berliner Schulen die Behandlung des Nürnberger Prozesses aufzunehmen. Der Polizeipräsident in Berlin verfügt die Registrierung der Berliner Einwohner und die Ausgabe neuer "behelfsmäßiger Ausweise" an sämtliche Einwohner der Stadt. Auf Grund der Anordnung der Alliierten Kommandantur vom 24. Januar 1946 ist die Durchführungsfrist auf 45 Tage festgesetzt. Registrierungs- und ausweispflichtig sind sämtliche Personen, die am 24. Januar 1946 das 15. Lebensjahr vollendet und ihren Wohnsitz oder dauernden Aufenthalt in Berlin haben. Der Telegrammverkehr wird zwischen allen Besatzungszonen Deutschlands einschließlich Berlins wieder aufgenommen. Zugelassen sind einfache Telegramme, deren Text in deutscher, russischer, englischer oder französischer Sprache abgefaßt sein muß. 1947 Lizenzierung der Zeitung "Berlin am Mittag. Unabhängige und unzensurierte Tageszeitung" durch die sowjetische Militärregierung. Die Zeitung erscheint seit dem 3. Februar 1947. Oberbürgermeister Dr. Ostrowski rechtfertigt auf einer Pressekonferenz im Neuen Stadthaus die vor allem von der SED beanstandeten Entlassungen und Versetzungen in der Berliner Verwaltung, da in Zukunft nur wirklich leistungsfähige Kräfte ohne Rücksicht auf ihre Parteizugehörigkeit zu beschäftigen sind. Einer solchen Auffassung, die keine politischen Maßregelungen kenne, stimme auch die sowjetische Kommandantur zu. Konferenz der sozialdemokratischen Gewerkschaftsfunktionäre in der Neuen Welt, Hasenheide. Die Teilnehmer bejahen die Gewerkschaftspolitik des Vorstandes der SPD, insbesondere die Arbeit des Generalsekretärs Dr. Otto Suhr. Dr. Suhr, der über das Thema "Die Aufgaben des FDGB" spricht, wendet sich gegen die Entschließung der Vorständekonferenz des FDGB vom 7. Februar 1947, durch die die Besatzungsmächte aufgefordert werden, sämtliche Anordnungen aufzuheben, die den Gewerkschaftswahlen hindernd im Wege stehen. Bei einer Brandkatastrophe in einem Spandauer Vergnügungslokal finden zahlreiche Gäste, darunter auch Angehörige der britischen Besatzungsmacht, den Tod. 1949 Der britische Außenminister Bevin empfängt in London Oberbürgermeister Professor Reuter, der als erster deutscher Politiker nach dem Kriege von der britischen Regierung eingeladen wurde. Außenminister Bevin versichert dem Oberbürgermeister, daß Berlin nicht mehr lange auf eine Entscheidung in der Währungsfrage zu warten habe. Ferner teilt Bevin mit, daß Großbritannien dem Plan zur Erhöhung der Tagesleistung der Luftbrücke auf 8000 Tonnen bereits zugestimmt habe und an der neuen Leistung den gleichen Anteil nehmen werde wie bisher. Der Hauptausschuß des Parlamentarischen Rates beginnt mit der dritten Lesung des Verfassungsentwurfes und beschließt gegen die Stimmen der KPD-Abgeordneten, Berlin als zwölftes Land des künftigen Bundes in die Präambel der Verfassung aufzunehmen. Mit Ausnahme der KPD hatten zuvor alle Fraktionen beantragt, Berlin in der Verfassung als Mitbegründer des Bundes aufzuführen. Der Präsident des Parlamentarischen Rates, Dr. Konrad Adenauer, erklärt, die Parteien wünschten einen Fortschritt in der Entwicklung zur Einheit Deutschlands. Es sei daher selbstverständlich, daß Berlin als zwölftes Land in die Verfassung aufgenommen werde. Der Magistrat des sowjetischen Sektors beschließt die Durchführung des von der Stadtverordnetenversammlung am 27. März 1947 auf Antrag der SED-Fraktion angenommenen Gesetzes zur Einziehung von Vermögenswerten der Kriegsverbrecher und Naziaktivisten (vgl. Schriftenr. Bln. Zeitgesch., Bd. 2, 27.3.1947). Die in Liste 1 aufgeführten Betriebe und Vermögenswerte werden enteignet und in die "Hände des Volkes" übergeführt. Die aus dem Sequester freigegebenen und in Liste 2 aufgeführten Vermögenswerte sollen an ihre früheren Eigentümer zurückgegeben werden. Der Präsident der Deutschen Zentralverwaltung für Volksbildung in der sowjetischen Besatzungszone, Paul Wandel (SED), verleiht entsprechend einem am 23. November 1948 geäußerten Wunsch des Senats der im sowjetischen Sektor gelegenen früheren Friedrich-Wilhelms-Universität den Namen "Humboldt-Universität" (vgl. Schriftenr. Bln. Zeitgesch., Bd. 2, 3.3.1947). Bei den Postämtern des sowjetischen Sektors dürfen ab sofort 15-Kilogramm-Pakete nach der sowjetischen Besatzungszone aufgeliefert werden. Bisher war ein Höchstgewicht von 7 Kilogramm zugelassen. Die Sprengung der von Hitler in den Jahren 1936 bis 1938 erbauten Reichskanzlei in der Voß- und Wilhelmstraße im Bezirk Mitte beginnt. Der aus der Zerstörung des Gebäudes anfallende Marmor wird vor allem für den Bau des sowjetischen Kriegerdenkmals im Treptower Park (vgl. Schriftenr. Bln. Zeitgesch., Bd. 2, September 1947, Nr. 72) und für den Wiederaufbau des U-Bahnhofs Kaiserhof im Bezirk Mitte verwendet (vgl. Schriftenr. Bln. Zeitgesch., Bd. 2, 13.10.1948). 1950 Etwa 15 000 Berliner nehmen trotz strömenden Regens an der Abschlußkundgebung der Versammlungswelle der Berliner SPD an der Sektorengrenze auf dem Vinetaplatz im französischen Sektor teil. Mit Grabenlautsprechern der Roten Armee versucht die SED vom sowjetischen Sektor aus vergeblich, Oberbürgermeister Professor Reuter am Reden zu hindern. Einem starken Aufgebot von Westberliner Polizei gelingt es, die empörten Teilnehmer der Kundgebung vor einem Sturm auf die von Volkspolizisten gesicherten Lautsprecher zurückzuhalten. Professor D. Heinrich Vogel wird als Nachfolger für Pfarrer Lic. Dr. Walter Delius zum neuen Rektor der Kirchlichen Hochschule Berlin für das am 1. April beginnende Studienjahr 1950/51 gewählt. Heinrich Vogel gehörte als Pfarrer der Bekennenden Kirche zu den ersten Lehrern der 1935 gegründeten und von den Nationalsozialisten verbotenen Hochschule. Die Provisorische Volkskammer der sowjetischen Besatzungszone beschließt, das von Johannes R. Becher verfaßte und von Hanns Eisler komponierte Lied "Auferstanden aus Ruinen" zur "Nationalhymne der Deutschen Demokratischen Republik" zu erklären. Der neuernannte Präsident der Berliner Volkspolizei, Waldemar Schmidt stellt in seiner ersten Ansprache vor Offizieren und leitenden Angestellten der Volkspolizei fest, daß die Einheit Berlins nur "auf demokratischer Grundlage errichtet werden könne". Die "illegale Organisation der Stumm-Polizei" sei "nicht gewillt, die Demokratisierung Berlins zu sichern. Wir als Volkspolizisten müssen daher alle Vorbereitungen treffen, um die öffentliche Sicherheit der deutschen Hauptstadt garantieren zu können". Im Zusammenhang mit der Säuberungsaktion der bürgerlichen Parteien in der sowjetischen Besatzungszone flüchten weitere politische Persönlichkeiten nach Westberlin, unter ihnen der brandenburgische Minister für Arbeit und Sozialwesen, Fritz Schwob (CDU-Ost) und der Finanzminister von Sachsen-Anhalt, Dr. Hugo Kunisch (CDU-Ost). Die Historische Gesellschaft zu Berlin hält im Rathaus Schöneberg unter Vorsitz von Staatsarchivrat Dr. Johannes Schultze ihre Gründungsversammlung ab. Die Mitglieder beschließen die Satzung der Gesellschaft und wählen Dr. Johannes Schultze zum Ersten Vorsitzenden und Professor Dr. Fritz Hartung zu seinem Stellvertreter. Zu weiteren Vorstandsmitgliedern bestimmen sie Dr. Paul Kluke, Dr. Paul Rehfeld, Rechtsanwalt Dr. Hans Gülow, Archivrat Dr. Berthold Schulze und Dr. Margarete Kühn. In Anwesenheit des Komponisten Heinrich Sutermeister werden seine drei Kurzopern "Die schwarze Spinne", "Die Füße im Feuer" und "Das Fingerhütchen" in der Städtischen Oper in der Kantstraße, Bezirk Charlottenburg, uraufgeführt. Regie führt als Gast Georg Reinhardt. Die musikalische Leitung hat Robert Heger. In den Hauptpartien singen Margarete Klose, Elisabeth Grümmer, Josef Greindl und Erich Zimmermann. 1951 Die Alliierte Kommandantur weist den Senat mit BKC/L (51) 2 an, auf den Warenbegleitscheinen, die die sowjetischen Behörden für den Warentransport von Berlin nach der Bundesrepublik verlangen, Angaben über die Herkunft der verwendeten Rohstoffe oder über andere Einzelheiten zu vermeiden (vgl. Schriftenr. Bln. Zeitgesch., Bd. 3, S. 679, 31.5.1950, Nr. 60). Nach ihrer Auffassung bedeute eine derartige Forderung eine Verletzung der 1949 in New York und Paris getroffenen Vereinbarungen. Warenbegleitscheine für in West-Berlin hergestellte und für den Export bestimmte Erzeugnisse würden lediglich als "automatische Formalität" anerkannt, damit diese frei und schnell die Zonengrenze passieren könnten. Nach einer Mitteilung des Bezirksamtes Spandau haben sich insgesamt 600 West-Staakener Familien mit rund 2000 Personen und mehrere hundert Alleinstehende zur Umsiedlung nach West-Berlin registrieren lassen. Von 709 Schülern der West-Staakener 16. Grundschule haben sich 630 für den Unterricht in Spandau entschieden. Der Magistrat des sowjetischen Sektors beauftragt Wirtschaftsstadtrat Baum (SED) mit der Ausarbeitung eines Sofortprogramms für West-Staaken, das u. a. einen Schuldenerlaß für die Rückstände an Wasser-, Strom- und Gasrechnungen umfassen soll. Für die Mietschulden, für die eine ähnliche Maßnahme mit Rücksicht auf die Hausbesitzer nicht durchgeführt wird, ist die Abzahlung in DM (Ost) vorgesehen. In den "volkseigenen" Häusern werden die Mieten so herabgesetzt, daß der Satz von einer DM (Ost) pro Quadratmeter nicht überschritten wird. Ferner sind Mittel vorgesehen für den Ausbau der Schule, des Kinos und des Volkshauses und die Errichtung einer Poliklinik und eines Kindergartens. 1952 Wilhelm Furtwängler dirigiert nach siebenjähriger Unterbrechung, abgesehen von gelegentlichen Gastspielen, zum erstenmal wieder als ständiger Leiter die Berliner Philharmoniker im Titania-Palast. Auf dem Programm stehen Werke von Beethoven, Honegger, Schubert und Brahms. Mit diesem Konzert begeht das Orchester zugleich die Siebzigjahrfeier seiner Gründung. 1954 Die dreizehnte Sitzung der Viermächtekonferenz findet wieder im ehemaligen Kontrollratsgebäude statt und wird zum erstenmal geschlossen durchgeführt. Die Außenminister diskutieren, wie sie es am 5. Februar vereinbart hatten, Fragen, die mit Punkt 1 der Tagesordnung und mit der Eröffnung der Debatte über Punkt 3 zusammenhängen. Dabei kommen sie überein, mit den Beratungen über die Österreich-Frage spätestens am 12. Februar zu beginnen. 17. (Ordentliche) Sitzung des Senats von Berlin. Innensenator Fischer berichtet dem Senat, daß nach dem Stande vom 1. Oktober 1953 rund 103 600 Personen im Dienst des Landes Berlin stehen und weitere 24 900 Personen von Berlin zu Lasten des Bundes beschäftigt werden. Der Senat nimmt zustimmend davon Kenntnis, daß der Regierende Bürgermeister Dr. Schreiber seine Dienstaufsichtsrechte über das Landesamt für Verfassungsschutz Innensenator Fischer übertragen hat. Der Präsident des Landesarbeitsamtes, Paul Fleischmann, erwähnt in einem Vortrag vor dem "Liberalen Club", daß sich unter den gegenwärtig 230 000 Arbeitslosen rund 74 000 Angestellte und etwa 87 000 ungelernte Kräfte befinden. Diese Personengruppen seien besonders schwer durch Umschulung auf andere Berufe wieder in den Arbeitsprozeß einzugliedern. Andererseits wiesen verschiedene Wirtschaftszweige einen Mangel an Facharbeitern auf. 1955 Der sowjetische Außenminister Molotow erklärt auf einer Sitzung des Obersten Sowjets - auf der u. a. Ministerpräsident Malenkow sein Amt zugunsten von Marschall Bulganin niederlegt -, daß die Sowjetunion nach wie vor für eine Erfüllung der Abkommen von Jalta und Potsdam eintrete. Dabei gehe es nicht um diesen oder jenen Paragraphen - viele seien schon unnötig, weil von den Ereignissen" längst überholt. Ihr Hauptproblem aber - Wiederherstellung der Einheit Deutschlands als eines friedliebenden und demokratischen Staates - dürfe von der internationalen Tagesordnung solange nicht abgesetzt werden, bis es um des Friedens und der Freiheit der Völker Europas willen endgültig gelöst sei. Bundeskanzler Dr. Adenauer empfängt in Bonn im Beisein seines Staatssekretärs Dr. Globke und des Bundesbevollmächtigten Dr. Vockel den Regierenden Bürgermeister Prof. Suhr, Bürgermeister Amrehn und Senator Dr. Klein zu einer zweiten Aussprache über aktuelle außenpolitische Fragen und über Vorschläge des Senats zum weiteren Wiederaufbau Berlins. Dabei verspricht der Bundeskanzler dem Regierenden Bürgermeister seinen Besuch in Berlin zusammen mit dem Wirtschaftskabinett für März dieses Jahres, bei dem dann ein vom Senat vorzubereitender "Langfristiger Aufbauplan" über wirtschaftliche Hilfsmaßnahmen ausführlich erörtert werden soll. Bundeskanzler Dr. Adenauer beantwortet die offizielle Mitteilung über die neue Zusammensetzung des Senats und übermittelt dem Regierenden Bürgermeister Prof. Suhr seine besten Wünsche für eine erfolgreiche Arbeit des Senats "zum Wohle der alten Reichshauptstadt". Gleichzeitig versichert er, daß sich die Bundesregierung auch weiterhin nach besten Kräften um eine Unterstützung der schwergeprüften Stadt bemühen werde. Der Regierende Bürgermeister Prof. Suhr und Bürgermeister Amrehn unterbreiten Bundestagsvizepräsident Prof. Schmid in Bonn den Wunsch Berlins, daß Bundestagsausschüsse ihre Arbeitstagungen in Zukunft viel öfter als bisher in der Stadt durchführen. In diesem Zusammenhang wird auch die Frage aufgeworfen, ob es zweckmäßig sei, in Berlin ein "Haus des Bundestages" einzurichten. Auf jeden Fall wolle sich der Senat darum bemühen, eine in Berlin zu errichtende Kongreßhalle so anzulegen, daß sie auch dem Bundestag als Sitzungsort dienen könne. Der Ost-Berliner Magistrat erläßt - in Anlehnung an eine entsprechende Verordnung der DDR-Regierung vom 14. Oktober 1954 (GBl. I S. 848 f.) die "Verordnung zur Förderung des Angelsports", der danach auf "volkseigenen und anderen Gewässern nur auf Grund eines Erlaubnisscheines der Magistratsabteilung Land- und Forstwirtschaft" ausgeübt werden kann. Diese hat bis zum 1. März 1955 die bestehenden Pachtverträge zu überprüfen und die Verpachtung und Unterverpachtung volkseigener und privater Gewässer an Einzelpersonen nur dann zu genehmigen, wenn sie zuvor dem "Deutschen Anglerverband" angeboten, von ihm aber nicht angenommen würden. Dem Verband wird die ehrenamtliche Fischereiaufsicht generell übertragen, wobei volkseigene, fischereiwirtschaftlich nicht genutzte Gewässer ihm zur unentgeltlichen Nutzung zu überlassen sind. Weder die Sportangler noch die von Mitgliedern des "Deutschen Anglerverbandes" erzielten Fänge dürfen mit einem Fischablieferungssoll belegt werden, wohingegen die Erträge der zur Bestandsregulierung durchgeführten Abfischungen ablieferungspflichtig sind. 1956 11. Sitzung der Volkskammer der DDR. 1957 Bundeskanzler Dr. Adenauer erklärt auf einer Pressekonferenz in Bonn zur Frage des Stimmrechtes der Berliner Bundestagsabgeordneten, der Status Berlins und die Freiheit in den drei Westsektoren hätten eine solche Bedeutung für die gesamtdeutsche Politik, daß man überhaupt kein Risiko eingehen dürfe. In der Politik gegenüber der Sowjetunion müsse alles vermieden werden, was von ihrer Regierung irgendwie als Provokation angesehen werden könne. Der Ost-Berliner Magistrat erläßt die Verordnung über die Stiftung des "Ernst-Zinna-Preises der Stadt Berlin" - so benannt nach jenem Schlosserlehrling, der während der Märzkämpfe des Jahres 1848 auf den Berliner Barrikaden fiel. Der Preis wird jährlich am 8. Februar - dem Jahrestag des Gesetzes aus dem Jahre 1950 über die Teilnahme der Jugend am Aufbau der DDR und die Förderung der Jugend in Schule und Beruf bei Sport und Erholung - als Anerkennung für besondere Leistungen "junger Erfinder, Rationalisatoren und junger Künstler sowie zu ihrer weiteren Förderung" durch den Magistrat verliehen. Die Verleihung erfolgt in zwei Klassen in einer Höhe von je 1500 und 1000 DM in Verbindung mit einer Urkunde und einem Ehrenzeichen. 1958 Senat und Abgeordnetenhaus von Berlin verleihen dem früheren Stadtverordneten und späteren Bundesminister Jakob Kaiser zu seinem 70. Geburtstag die Würde eines Ehrenbürgers. 1959 1. Tagung der 2. Generalsynode der Evangelischen Kirche der Union (EKU) im Spandauer Johannesstift. I. 1959 Die katholischen Bischöfe und Bischöflichen Kommissare beklagen in einem von den Kanzeln der katholischen Kirchen Ost-Berlins und der DDR verlesenen Fastenhirtenbrief die im letzten Jahr noch weiter gewachsene atheistische Bedrängnis der Gläubigen. Die Angriffe gegen die Kirche, zielten darauf ab, sie als Feindin der Wissenschaft, als Hort des Betruges und des Aberglaubens sowie als Bundesgenossin des Kriegslagers und der Ausbeutung zu schmähen. Bei dem Versuch, die Kirche zu entwürdigen, würden Vorgänge der Kirchengeschichte und Ereignisse der Gegenwart einseitig oder falsch dargestellt, verleumde man Päpste und Bischöfe. Damit die Kirche schließlich entvölkert werde, sei in jüngster Zeit der Kirchenaustritt in ungewöhnlicher Schärfe propagiert worden "mit Methoden, die menschenunwürdig sind und zudem dem verfassungsmäßigen Recht auf Glaubens- und Gewissensfreiheit eindeutig widersprechen", habe sich der Druck zur Teilnahme an der Jugendweihe und anderen atheistischen Riten wie "sozialistische" Namensgebung, Trauung, Beerdigung in "unerträglicher Weise" gesteigert. Kraft des ihnen verliehenen apostolischen Amtes mahnen die Bischöfe die Gläubigen, durch ihre Teilnahme an antikirchlichen Feiern nicht den heiligen Glauben zu verleugnen, denn zwischen ihm und einem Bekenntnis zur Gottlosigkeit könne es keinen Kompromiß geben. Wenn es auch kein Wunder sei, daß "manche unserer Glaubensbrüder" wanken, unsicher werden, sich von der Kirche lösen oder doch einer klaren Entscheidung ausweichen, so gebe es doch "keine gültige Begründung", die den Austritt aus der Kirche auch nur zum Schein rechtfertigen könnte. "Verwahrt Euch von vornherein gegen eine solche Zumutung und besteht nachdrücklich auf Eurem in der Verfassung garantierten Recht der Gewissensfreiheit." 1959 Die katholischen Bischöfe und Bischöflichen Kommissare beklagen in einem von den Kanzeln der katholischen Kirchen Ost-Berlins und der DDR verlesenen Fastenhirtenbrief die im letzten Jahr noch weiter gewachsene atheistische Bedrängnis der Gläubigen. Die Angriffe gegen die Kirche, zielten darauf ab, sie als Feindin der Wissenschaft, als Hort des Betruges und des Aberglaubens sowie als Bundesgenossin des Kriegslagers und der Ausbeutung zu schmähen. Bei dem Versuch, die Kirche zu entwürdigen, würden Vorgänge der Kirchengeschichte und Ereignisse der Gegenwart einseitig oder falsch dargestellt, verleumde man Päpste und Bischöfe. Damit die Kirche schließlich entvölkert werde, sei in jüngster Zeit der Kirchenaustritt in ungewöhnlicher Schärfe propagiert worden "mit Methoden, die menschenunwürdig sind und zudem dem verfassungsmäßigen Recht auf Glaubens- und Gewissensfreiheit eindeutig widersprechen", habe sich der Druck zur Teilnahme an der Jugendweihe und anderen atheistischen Riten wie "sozialistische" Namensgebung, Trauung, Beerdigung in "unerträglicher Weise" gesteigert. Kraft des ihnen verliehenen apostolischen Amtes mahnen die Bischöfe die Gläubigen, durch ihre Teilnahme an antikirchlichen Feiern nicht den heiligen Glauben zu verleugnen, denn zwischen ihm und einem Bekenntnis zur Gottlosigkeit könne es keinen Kompromiß geben. Wenn es auch kein Wunder sei, daß "manche unserer Glaubensbrüder" wanken, unsicher werden, sich von der Kirche lösen oder doch einer klaren Entscheidung ausweichen, so gebe es doch "keine gültige Begründung", die den Austritt aus der Kirche auch nur zum Schein rechtfertigen könnte. "Verwahrt Euch von vornherein gegen eine solche Zumutung und besteht nachdrücklich auf Eurem in der Verfassung garantierten Recht der Gewissensfreiheit." 1959 1. Tagung der 2. Generalsynode der Evangelischen Kirche der Union (EKU) im Spandauer Johannesstift. I. 1960 Der amerikanische Außenminister Herter bestätigt auf einer Pressekonferenz die von einigen Journalisten geäußerte Vermutung, daß die sowjetische Haltung in der Berlin-Frage im Laufe der letzten Monate härter geworden sei, denn nicht anders ließen sich z. B. Chruschtschows Rede vor dem Obersten Sowjet und "die jüngste Erklärung des Warschauer Paktes interpretieren. Fragen jedoch, ob irgend etwas in diesen Verlautbarungen und Ankündigungen über einen separaten Friedensvertrag mit der DDR und entsprechenden Konsequenzen für West-Berlin eine Verletzung des Geistes des in Camp David getroffenen Übereinkommens bedeute, beantwortet Herter mit: "Nein, weil sie in dieser Frage keine Frist gesetzt haben ..." Allerdings läßt er keinen Zweifel daran aufkommen, daß, wie es auch schon Präsident Eisenhower kürzlich erklärte, ein einseitiges Vorgehen der Sowjets zur Aufhebung "unserer Rechte" in Berlin "eine sehr ernste Angelegenheit" darstellen würde. Auf einem im Rahmen seines Besuches in der Sowjetunion von Staatspräsident Gronchi in der italienischen Botschaft gegebenen Empfang wiederholt der sowjetische Partei- und Regierungschef Chruschtschow seine Forderung auf dem Wege zur weiteren Besserung der internationalen Lage liegende Steine wegzuräumen und die Straße zu säubern, damit niemand mehr straucheln und sich auf ihr ein Bein brechen könne. So wie Ärzte ihre Patienten nicht mit dem Murmeln von Beschwörungsformeln heilen könnten, so blieben auch in der Politik gute Wünsche und Appelle unzureichend. Deshalb gelte es, Fragen zu lösen, die unangenehme und gefahrbringende Beziehungen zwischen den Staaten erzeugten. Jedem "einigermaßen begreifenden Menschen" sei klar, daß das Problem des Abschlusses eines Friedensvertrages mit Deutschland eine dieser Fragen darstelle. Gebete hülfen hier nicht, hier bedürfe es realer Schritte. Bundeskanzler Adenauer sei zwar damit nicht einverstanden, doch dürfe man nicht vergessen, daß dieser ein besiegtes Land repräsentiere. Es sei doch nur natürlich, daß nicht diejenigen "uns" Bedingungen diktieren, die bis nach Moskau und Stalingrad vorgedrungen waren. Im Roten Rathaus übergibt Ost-Berlins stellv. Oberbürgermeister W. Schmidt den diesjährigen "Ernst-Zinna-Preis" für hervorragende technische Leistungen an 1961 Die gesamtdeutsche Hallenhandball-Nationalmannschaft bestreitet nach zweiwöchigem Training in Ost-Berlin unter Leitung der Verbandstrainer Vick (Bundesrepublik) und Seiler (DDR) zur Vorbereitung auf die im März in Westdeutschland und West-Berlin stattfindende 4. Weltmeisterschaft zwei Übungsspiele in der Hohenschönhausener Dynamo-Sporthalle bzw. in der Schöneberger Sporthalle gegen je eine Auswahl aus Ost- bzw. aus West-Berlin, die sie mit 25:14 bzw. mit 30:17 gewinnt. 1962 Das Statistische Landesamt Berlin feiert im Ernst-Reuter-Haus sein hundertjähriges Bestehen. Innensenator Albertz wie der Vorsitzende des Verbandes Deutscher Städtestatistiker, Stadtrat Mewes (Braunschweig), verweisen in ihren Ansprachen insbesondere darauf, daß Berlin mit der Gründung dieser Behörde seinerzeit beispielgebend für viele deutsche und ausländische Kommunen wirkte. 1962 Auf die Aufforderung der Sowjetunion in der Alliierten Luftsicherheitszentrale hin, die drei Berliner Luftkorridore oberhalb bestimmter Höhen für ihre Militärmaschinen zu "reservieren", lassen die Westmächte in dem umstrittenen Luftraum zur Unterstreichung ihrer auf den Vier-Mächte-Vereinbarungen über Berlin beruhenden Hoheitsrechte zusätzlich Militärmaschinen fliegen, woraufhin der Flugverkehr völlig normal verläuft. Auch einem weiteren Ansinnen, am 12. Februar die Korridore nach Hamburg und Hannover ab einer bestimmten Höhe für sowjetische Maschinen freizuhalten, begegnen die Westmächte in der gleichen Weise, ohne daß es zu irgendwelchen Zwischenfällen kommt. 1963 Der DDR-Staatsratsvorsitzende Ulbricht appelliert im Fernsehen an die "lieben West-Berliner Bürger", bei den bevorstehenden Wahlen zum Abgeordnetenhaus ihre Stimme der SED-West-Berlin zu geben. Dem Senat schlägt er den Abschluß eines Vertrages über die Normalisierung der Beziehungen zwischen der DDR und West-Berlin vor, da es wenig Sinn habe, etwa das Rote Kreuz oder andere für diese Fragen nicht zuständige Organisationen "vorzuschieben". Die Mauer bleibe, solange zwei deutsche Staaten und das "Sondergebiet West-Berlin" existierten. West-Berliner, die darüber klagen, daß sie ihre Familienangehörigen nicht treffen können, empfiehlt Ulbricht, Gesuche auf Übersiedlung in die DDR zu stellen, die "wohlwollend und großzügig" behandelt würden. 1967 Gegen 11.00 Uhr eröffnen DDR-Grenzposten das Feuer auf einen offensichtlich angetrunkenen Mann, der in der Voßstraße sich der Mauer am Potsdamer Platz bis auf etwa 50 Meter nähern kann und dort versucht, sich mit einer Krawatte an einen Laternenpfahl aufzuhängen. Sie können ihn festnehmen und später in einem Sanitätswagen abtransportieren. ADN meldet dazu, ein in Stuttgart wohnender westdeutscher Bürger habe die "Staatsgrenze zur DDR nach West-Berlin gewaltsam zu durchbrechen" versucht. Er sei am Morgen legal eingereist und hätte die Möglichkeit gehabt, "die DDR ebenso legal wieder zu verlassen". Wenn er darauf verzichtete, lasse dies nur den Schluß zu, daß es sich um eine "geplante Provokation" handelte, zumal Photographen und Kameraleute auf westlicher Seite "rechtzeitig bereitstanden". Weil der "Provokateur" auf Warnrufe und -Schüsse nicht reagiert habe, sei er nach einer "leichten Schußverletzung gestellt worden". Der britische Stadtkommandant General Nelson verurteilt das "gnadenlose und kaltblütige Schießen" als ein weiteres Zeichen dafür, wie weit die Lebensbedingungen "auf der anderen Seite der Mauer von dem Standard eines zivilisierten Staates entfernt sind". L3.2. Eine MIG 21 landet um 17.35 Uhr auf einer Piste des Flughafens Tegel, startet nach fünf Minuten wieder, ohne daß sie der Pilot verläßt. Ein Sprecher der französischen Militärbehörden bemerkt später, da weder ein Nationalitätszeichen noch die Staffelbezeichnung erkennbar gewesen seien, habe man nicht herausfinden können, ob es sich um eine Maschine der sowjetischen Streitkräfte oder der NVA handelte. Nach einem scharfen französischen Protest gegen die durch diesen Vorfall verursachte Gefährdung der Luftsicherheit bei den sowjetischen Behörden erklärt tags darauf deren Chefkontrolleur in der Alliierten Luftsicherheitszentrale gegenüber seinem französischen Kollegen, er sei beauftragt, sich zu entschuldigen. Die Landung erfolgte, weil der Pilot während des Fluges die Orientierung verloren und Tegel mit dem nur etwa 16 Kilometer entfernten Flugplatz Dallgow in der DDR verwechselt habe. 1968 In der 22. Sitzung des Abgeordnetenhauses (5. Wahlperiode) läßt der Regierende Bürgermeister Schütz bei seiner Antwort auf Anfragen der Fraktionen von SPD und CDU zu den Themen "Wachsende Unruhe in der Bevölkerung und in der Studentenschaft" und "Innere Ordnung Berlins" keinen Zweifel an der erklärten Absicht des Senats, mit allen dem Rechtsstaat zur Verfügung stehenden Mitteln sowohl die Funktionsfähigkeit der Hochschulen als auch "unser Gemeinwesen" in Ordnung zu halten (vgl. 3. Februar). Mit 99 gegen neun Stimmen bei sieben Enthaltungen wählt das Parlament den 48jährigen bisherigen Polizeivizepräsidenten Georg Moch (CDU) als Nachfolger Erich Duensings zum neuen Polizeipräsidenten in Berlin. 1969 DDR-Innenminister Friedrich Dickel verbietet in einer am 15. Februar in Kraft tretenden Anordnung den Mitgliedern der in West-Berlin geplanten Bundesversammlung die Durchreise nach West-Berlin. 1971 Im Gebäude des früheren Alliierten Kontrollrats in Berlin Schöneberg treffen die Botschafter der vier für Berlin verantwortlichen Mächte zu ihrem 14. Berlin Gespräch zusammen. (Vgl. 19. Januar, 2. Februar.) Den Vorsitz führt der französische Botschafter Jean Sauvagnargues. Der SEW Vorsitzende Gerhard Danelius gibt vor der Presse Erläuterungen über sein Gespräch mit dem Vorsitzenden des Ministerrats der DDR, Willi Stoph (vgl. 4. Februar), und warnt vor einer "weiteren Eskalation der Bundespräsenz in West Berlin". 1972 Der Botschafter der Sowjetunion in der DDR, Michail T. Jefremow, empfängt den Vorsitzenden der SEW, Gerhard Danelius. Sie führen ein Gespräch, bei dem laut ADN Fragen von beiderseitigem Interesse erörtert werden. 1976 Auf das Büro für israelische Wirtschaftsangelegenheiten ("State of Israel Bonds") am Kurfürstendamm wird ein Bombenanschlag verübt. Es entsteht erheblicher Sachschaden. Personen werden nicht verletzt. Zu dem Anschlag bekennt sich der "Arm der arabischen Revolution". Unter dieser Bezeichnung überfielen am 21. Dezember 1975 sechs propalästinensische Terroristen das Hauptquartier der Organisation der Erdöl exportierenden Länder (OPEC) in Wien. 1978 Vor der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin-Charlottenburg verbrennen sich aus religiösen Gründen zwei deutsche Anhänger der indischen Sekte "Ananda Marga", eine 24-jährige Frau und ein 29-jähriger Mann. 1979 Das Konzil der Technischen Universität Berlin wählt Jürgen Starnick, Professor für technische Chemie, auf sechs Jahre zum neuen Präsidenten. Er tritt die Nachfolge des am 21. Dezember 1978 abgewählten Rolf Berger an. 1982 Der Berliner CDU-Fraktionsvorsitzende Diepgen fordert im CDU-Pressedienst von Innensenator Lummer die Ausweisung straffällig gewordener Ausländer, besonders von Rauschgifthändlern, auch dann, wenn Bundesinnenminister Baum dem nicht zustimmen sollte. Denn auf das Asylrecht dürfe sich nicht berufen, wer es durch Drogenhandel mißbrauche. 1984 Trotz intensiver Behandlung und der Hinzuziehung eines britischen Spezialisten stirbt in der FU-Tierklinik Düppel die Pandabärin Tien-Tien an einer Magen-Darm-Infektion. Sie war zusammen mit dem männlichen Bao-Bao als Staatsgeschenk des seinerzeitigen Parteivorsitzenden Hua Kuo-feng an den ehemaligen Bundeskanzler Schmidt Anfang November 1980 in die Stadt gekommen, wo sie seitdem als größte Attraktion des Zoos galten. 1985 Der Regierende Bürgermeister Diepgen emfängt im Rathaus Schöneberg den Unterstaatssekretär im State Department, Burt, der sich gegenwärtig in Berlin aufhält, zu einem einstündigen Gespräch über die innere Lage Berlins und den gegenwärtigen Stand der deutsch-deutschen Beziehungen. 1990 Der Bundestagsausschuß für innerdeutsche Beziehungen spricht sich einstimmig für Berlin als Hauptstadt eines vereinigten Deutschlands aus. 1991 Wie die Treuhandanstalt in Berlin mitteilt, sind die Bemühungen um eine Privatisierung der früheren DDR-Fluggesellschaft Interflug als selbständiges, international tätiges Luftverkehrsunternehmen gescheitert. 2007 Die 57. Internationalen Filmfestspiele Berlin werden am Abend des 8. Februar im Berlinale-Palast am Potsdamer Platz in Mitte mit der Weltpremiere des französischen Spielfilms "La Vie en Rose" eröffnet. Olivier Dahans Hommage an die französische Chansonsängerin Edith Piaf (1915-1963) rührt das Publikum zu Tränen. Am Ende der Gala gibt es stehende Ovationen für die Hauptdarstellerin Marion Cotillard und ihre Kolleginnen und Kollegen. 2009 Die Berliner Philharmoniker und der Rundfunkchor Berlin erhalten in Los Angeles den Klassik-'Grammy' in der Kategorie 'Best Choral Performance'. Ausgezeichnet wird die gemeinsame Einspielung der 'Psalmensymphonie' von Igor Strawinsky (1882-1971), die im September 2007 unter Leitung von Sir Simon Rattle in der Choreinstudierung von Simon Halsey entstand.
Der Oberbürgermeister lehnt eine Verwaltungspraxis hinter verschlossenen Türen ab und appelliert an die Presse, die konstruktive Arbeit des Magistrates zu unterstützen.
Die Konferenz bildet den Auftakt zu weiteren zahlreichen Veranstaltungen der demokratischen Gewerkschaftsopposition in Vorbereitung der Vorstandswahlen des FDGB.
Die Erfahrungen dieses Unglücks veranlassen die Baupolizei, die Feuerwehr und das Amt für Arbeitsschutz zu einer umfassenden Überprüfung sämtlicher Theater, Tanzräume, Kinos sowie der Betriebe, in denen feuergefährliche Materialien lagern oder bearbeitet werden.
Der Forderung nach voller Einbeziehung Berlins in die zu gründende Bundesrepublik steht der britische Außenminister positiv gegenüber, mahnt jedoch zur Vorsicht. Die Westmächte könnten in dieser Frage nur gemeinsam handeln; er glaube aber nicht, daß Frankreich diesem Schritt zustimmen würde. Auch sei die rechtliche Stellung der Westmächte in Berlin eine andere als im Westen. Der Oberbürgermeister weist darauf hin, daß für die Berliner der Anschluß an den Bund vor allem eine politische Frage sei, um im Westen das Bewußtsein der gesamtdeutschen Aufgabe, im Osten die Hoffnung auf Einheit in Frieden wachzuhalten. Bevin zeigt dafür Verständnis und deutet an, daß ein Weg gefunden werden könne, um die Teilnahme von Berliner Vertretern an den Organen der Bundesrepublik auch ohne automatische Ausdehnung der Bundesgesetze auf Berlin zu sichern.
Der Senat der Humboldt-Universität wählt einstimmig den Ordinarius für Medizinische Physik und Strahlenkunde, Professor Dr. Walter Friedrich (parteilos), zum neuen Rektor. Prorektor wird Professor Dr. Alfred Beyer (SED). Die erste Rektoratswahl am 26. Januar, bei der Professor Dr. Kurt Noack gewählt wurde, war von der Sowjetischen Militärregierung und der Deutschen Zentralverwaltung für Volksbildung in der sowjetischen Besatzungszone nicht anerkannt worden.
Sie verabschiedet ferner ein Gesetz, nach dem die bisher dem Ministerium des Innern der sowjetischen Besatzungszone unterstellte Hauptverwaltung zum Schutze der Volkswirtschaft zu einem selbständigen Ministerium für Staatssicherheit umgebildet wird.
Die Historische Gesellschaft will der Pflege des geschichtlichen Sinnes und der historischen Erforschung insbesondere der Landes- und Ortsgeschichte dienen und zugleich "die von der Gegenwart gestellten Anforderungen zur Begründung einer der Erneuerung des öffentlichen Lebens dienenden Geschichtsauffassung" zu erfüllen suchen.
Der Senat beschließt, an Stelle der seit 1936 gültigen eine neue "Geschäftsordnung für die Wohnungsbau-Kreditanstalt". Danach hat sie als nicht rechtsfähige Anstalt unter der Dienstaufsicht des Senators für Bau- und Wohnungswesen die gemeinnützige Aufgabe, die dem Land Berlin für die Erhaltung und Gewinnung von Wohnraum zur Verfügung stehenden öffentlichen Mittel diesem Zwecke zuzuführen und zu verwalten; im wesentlichen durch die Gewährung, Sicherung und Verwaltung von Darlehen. Daneben können ihr aber auch Finanzierungsaufgaben auf verwandten Gebieten übertragen werden. In Grundsatzfragen wird die WBK von einem fünfköpfigen Beirat, dem drei Senatoren angehören, beraten.
Molotow wiederholt deshalb noch einmal die Angebote seiner Regierung vom 15. Januar zur Deutschlandfrage und kündigt für den Fall der Ratifizierung der Pariser Verträge den Abschluß eines "Vertrages über Freundschaft, Zusammenarbeit und gegenseitigen Beistand" zwischen den Teilnehmern der Moskauer Konferenz vom Dezember 1954 und die Schaffung eines vereinigten Militärkommandos an. Denn die Sowjetunion werde in Anbetracht der sich in Europa heranbildenden neuen Situation die Hände nicht in den Schoß legen.
In einer namens des Präsidiums der Volkskammer abgegebenen Erklärung verurteilt Präsident Dr. Dieckmann
In dem Ehrenbürgerbrief, den Bürgermeister Amrehn und Parlamentsvizepräsident Hoppe Jakob Kaiser in Bühlerhöhe im Schwarzwald überbringen, heißt es, daß ihm diese Ehrung zuteil wird, "in Anerkennung seiner steten Einsatzbereitschaft und tatkräftigen Hilfe für unsere gespaltene Hauptstadt Berlin ... Wir ehren damit nicht nur den früheren langjährigen Reichstagsabgeordneten und Führer der christlichen Gewerkschaften, sondern auch den aufrechten Widerstandskämpfer in der Zeit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Darüber hinaus sollen durch diese Ehrung seine Mitwirkung bei der Gründung der CDU für Berlin und die sowjetisch besetzte Zone und des Kuratoriums 'Unteilbares Deutschland' und nicht zuletzt seine aufopferungsvolle und selbstlose Arbeit als Bundesminister für gesamtdeutsche Fragen ihre volle Würdigung finden".
Der Ratsvorsitzende Präses Scharf leitet seinen Rechenschaftsbericht mit der Feststellung ein, daß sich die Synodalen "in einem bedeutsamen und kritischen Augenblick der geschichtlichen Entwicklung innerlich noch nie so einig gewesen" seien wie diesmal. Diese Einigkeit habe man in den letzten Monaten und Wochen bei dem Versuch gewonnen, aus der großen Zahl unterschiedlicher Auffassungen, entgegengesetzter Wertungen und einander widersprechenden Verhaltens - so z. B. bei der Interpretation der Begriffe Sozialismus, Recht und Frieden im Kommuniqué über das Treffen zwischen Vertretern der Kirche und der DDR-Regierung im Juli und in der Frage einer etwa christlich gebotenen Nichtbeteiligung an den Volkskammerwahlen im November 1958 - zurückzufinden zu "der uns allen gemeinsamen Grundlage der Heiligen Schrift als Quelle unserer Erkenntnis und unseres Handelns". Die "ganze notvolle Auseinandersetzung" vor allem in der Pfarrerschaft im Osten habe den Rat veranlaßt, über den atheistischen Charakter des Sozialismus Arbeitsaufträge an den Theologischen und an den Öffentlichkeits-Ausschuß der Synode zu vergeben, die sich dabei von dem Bestreben leiten lassen sollen, von aller kurzschlüssigen Apologetik christlicher Weltanschauung fortzukommen und die eigentliche Auseinandersetzung nicht in der Dimension von Ideologie und Anti-Ideologie zu finden, "sondern im geschichtlichen Ereignis der Inkarnation des Wortes Gottes in Jesus Christus".
Die Synode beschließt die Bildung eines Ausschusses, der die bereits begonnenen Arbeiten über den Atheismus fortführen und ihre Ergebnisse in einem Exposé zusammenfassen soll, und nimmt eine "Handreichung über das Evangelium und das christliche Leben in der DDR" entgegen, die die innere und äußere Anfechtung der Gemeinden behandelt sowie eine "Hilfestellung" zur "echten Begegnung mit dem Marxisten als Mitmenschen" gibt.
Bei einer Stimmenthaltung wird die seit Mai 1952 nach sorgfältigen Beratungen und gründlicher Erprobung in den Gemeinden neu erarbeitete Agende verabschiedet. Der die Verhandlungen leitende Vizepräsident Luecking (Bielefeld) würdigt diese Entscheidung, daß seit 1895 erstmals eine Synode der altpreußischen Union beschlußmäßig über ihre gemeinsame Gottesdienstordnung befunden hat, als ein Zeichen dafür, "daß wir durch Gnade eine Kirche sind".
Nach fast zehnjährigen Vorarbeiten kann die Synode eine Neufassung des Ordinationsgelübdes beschließen, das für die Zukunft eine feste Basis zur einheitlichen Gestaltung des Pfarrerstandes schaffen soll.
Des weiteren billigt die Synode das "Gesetz über das Amt, die Ausbildung und die Anstellung der Diakone", das die bisher starke Unterschiede aufweisenden Brüderhausordnungen einander angleicht und die Diakonie als ein Amt der Kirche kräftiger herausstellen und zur Erhöhung seiner Bedeutung eine größere Einheitlichkeit seiner Ordnung erzielen soll.
Das beherrschende Ereignis der Beratungen ist das mit großer Mehrheit beschlossene und den Regierungen beider deutscher Staaten wie den Siegermächten zugeleitete "Notwort", worin die Synode in Verantwortung gegenüber "zahllosen Stimmen innerer und äußerer Not" alle, "die es angeht", darum bittet, folgende "Einsichten" und "Vorschläge" zu bedenken:
Das deutsche Volk sollte
II.
Die Mächte, die "mit der bedingungslosen Kapitulation unseres Volkes eine eigene Verantwortung für dasselbe übernommen haben", sollten um des Friedens willen "ernstlich" folgende Vorschläge erwägen:
Der Ratsvorsitzende Präses Scharf leitet seinen Rechenschaftsbericht mit der Feststellung ein, daß sich die Synodalen "in einem bedeutsamen und kritischen Augenblick der geschichtlichen Entwicklung innerlich noch nie so einig gewesen" seien wie diesmal. Diese Einigkeit habe man in den letzten Monaten und Wochen bei dem Versuch gewonnen, aus der großen Zahl unterschiedlicher Auffassungen, entgegengesetzter Wertungen und einander widersprechenden Verhaltens - so z. B. bei der Interpretation der Begriffe Sozialismus, Recht und Frieden im Kommuniqué über das Treffen zwischen Vertretern der Kirche und der DDR-Regierung im Juli und in der Frage einer etwa christlich gebotenen Nichtbeteiligung an den Volkskammerwahlen im November 1958 - zurückzufinden zu "der uns allen gemeinsamen Grundlage der Heiligen Schrift als Quelle unserer Erkenntnis und unseres Handelns". Die "ganze notvolle Auseinandersetzung" vor allem in der Pfarrerschaft im Osten habe den Rat veranlaßt, über den atheistischen Charakter des Sozialismus Arbeitsaufträge an den Theologischen und an den Öffentlichkeits-Ausschuß der Synode zu vergeben, die sich dabei von dem Bestreben leiten lassen sollen, von aller kurzschlüssigen Apologetik christlicher Weltanschauung fortzukommen und die eigentliche Auseinandersetzung nicht in der Dimension von Ideologie und Anti-Ideologie zu finden, "sondern im geschichtlichen Ereignis der Inkarnation des Wortes Gottes in Jesus Christus".
Die Synode beschließt die Bildung eines Ausschusses, der die bereits begonnenen Arbeiten über den Atheismus fortführen und ihre Ergebnisse in einem Exposé zusammenfassen soll, und nimmt eine "Handreichung über das Evangelium und das christliche Leben in der DDR" entgegen, die die innere und äußere Anfechtung der Gemeinden behandelt sowie eine "Hilfestellung" zur "echten Begegnung mit dem Marxisten als Mitmenschen" gibt.
Bei einer Stimmenthaltung wird die seit Mai 1952 nach sorgfältigen Beratungen und gründlicher Erprobung in den Gemeinden neu erarbeitete Agende verabschiedet. Der die Verhandlungen leitende Vizepräsident Luecking (Bielefeld) würdigt diese Entscheidung, daß seit 1895 erstmals eine Synode der altpreußischen Union beschlußmäßig über ihre gemeinsame Gottesdienstordnung befunden hat, als ein Zeichen dafür, "daß wir durch Gnade eine Kirche sind".
Nach fast zehnjährigen Vorarbeiten kann die Synode eine Neufassung des Ordinationsgelübdes beschließen, das für die Zukunft eine feste Basis zur einheitlichen Gestaltung des Pfarrerstandes schaffen soll.
Des weiteren billigt die Synode das "Gesetz über das Amt, die Ausbildung und die Anstellung der Diakone", das die bisher starke Unterschiede aufweisenden Brüderhausordnungen einander angleicht und die Diakonie als ein Amt der Kirche kräftiger herausstellen und zur Erhöhung seiner Bedeutung eine größere Einheitlichkeit seiner Ordnung erzielen soll.
Das beherrschende Ereignis der Beratungen ist das mit großer Mehrheit beschlossene und den Regierungen beider deutscher Staaten wie den Siegermächten zugeleitete "Notwort", worin die Synode in Verantwortung gegenüber "zahllosen Stimmen innerer und äußerer Not" alle, "die es angeht", darum bittet, folgende "Einsichten" und "Vorschläge" zu bedenken:
Das deutsche Volk sollte
II.
Die Mächte, die "mit der bedingungslosen Kapitulation unseres Volkes eine eigene Verantwortung für dasselbe übernommen haben", sollten um des Friedens willen "ernstlich" folgende Vorschläge erwägen:
Man müsse die nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgten Änderungen anerkennen, sie verankern und den Friedensvertrag mit Deutschland unterzeichnen und so die Berlin-Frage lösen. "Eben dies erstreben wir - wir schlagen vor, das Besatzungsregime in West-Berlin zu liquidieren." Um dem Willen der Bevölkerung dort keine Gewalt anzutun, ihr Verbindungen nach allen Seiten zu ermöglichen, habe die Sowjetunion "konstruktive", aller Welt gut bekannte Vorschläge gemacht. "Wir halten sie für richtig, andere reale Vorschläge sehen wir nicht." Sollten andere "vernünftige" Vorschläge vorhanden sein, sollten sie vorgelegt werden, "wir werden sie behandeln, und wenn sie tatsächlich eine Lösung dieser Frage erbringen, so werden wir sie begrüßen."
für hervorragende künstlerische Leistungen an
In einer tags darauf abgegebenen Erklärung der Bundesregierung zu dieser Anordnung heißt es, die angekündigten Maßnahmen "stellen eine neue völkerrechtswidrige Verletzung der geltenden Viermächte-Vereinbarungen über Berlin dar". Das Zusammentreten der Bundesversammlung in Berlin stehe im Einklang mit den internationalen Vereinbarungen und der bisher geübten Praxis. Der Versuch, die Abhaltung zu behindern, komme einer Verletzung des Berlin-Status gleich.
Der Leiter des West-Berliner Büros der Sekte distanziert sich am folgenden Tag nachdrücklich von den Selbstverbrennungen.
Am 11. Februar gibt der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit im Säulensaal des Berliner Rathauses ein festliches Essen für die Jurymitglieder, die sich zuvor in das Gästebuch der Stadt eintragen.
Mit einem Goldenen Ehrenbären für sein filmisches Lebenswerk wird am 15. Februar der Filmregisseur Arthur Penn ausgezeichnet, der mit Filmen wie "Bonnie and Clyde" (1967), "Alice's Restaurant" (1969) und "Night Moves" (1975) zu den wichtigsten Protagonisten des US-amerikanischen Autorenkinos gehört. Ihm ist auch eine zehn Filme umfassende Hommage gewidmet.
Ein Goldener Bär für den besten Film geht an "Tuya's Marriage" (Volksrepublik China) von Wang Quan'an. Der Film erzählt die Geschichte einer Frau, deren kranker Ehemann nicht mehr zum Lebensunterhalt beitragen kann. Einen Silbernen Bären, Großer Preis der Jury, erhält "El otro" (Argentinien/Frankreich/Deutschland) von Ariel Rotter. Ein Silberner Bär für die beste Regie geht an Joseph Cedar für "Beaufort" (Israel), ein Silberner Bär für die beste Darstellerin an Nina Hoss für ihre Leistung in "Yella" (Deutschland) von Christian Petzold. Mit einem Silbernen Bären für den besten Darsteller wird Julio Chávez ("El otro") prämiert. Ein Silberner Bär für eine herausragende künstlerische Leistung geht an das Schauspielerensemble des Films "The Good Shepherd" (USA) von Robert De Niro, ein Silberner Bär für die beste Filmmusik an David Mackenzie für das musikalische Konzept seines Films "Hallam Foe" (Großbritannien), ein Goldener Bär für den besten Kurzfilm an "Raak" (Niederlande) von Hanro Smitsman, und einen Silbernen Bären erhalten die Kurzfilme "Decroche" (Frankreich) von Manuel Schapira und "Mei" (USA/Taiwan) von Arvin Chen.
Erst 2008 erhielten die Berliner Philharmoniker und der Rundfunkchor Berlin den begehrten Musikpreis für ihre Interpretation von 'Ein deutsches Requiem' von Johannes Brahms (1833-1897).
Zitierform: Berlin - Chronik. Online-Version : Hrsg. vom Landesarchiv Berlin. - URL: http://www.berlin-chronik.de (Stand: 08.02.2012)