Was geschah am 13.01. im Jahr ... 1947 Die Alliierte Kommandantur ordnet durch BK/O (47) 6 an das PreuÃische Staatsgesetz vom 15. Dezember 1927 über die Schulpflicht wieder in Kraft zu setzen. Auf einer Pressekonferenz der amerikanischen Militärregierung erörtert Oberst Howley die wirtschaftlichen MiÃstände, die sich in Berlin aus der Sektoreneinteilung ergeben. Jede Besatzungsmacht sei zur Zeit in ihrem Sektor für die Beschaffung aller Gebrauchsgüter und Rohstoffe verantwortlich, so daà eine einheitliche Belieferung und Verteilung über das ganze Stadtgebiet nicht durchführbar sei. Politisch jedoch bilde Berlin eine Einheit. Diese MiÃstände könnten erst behoben werden, wenn nach dem Potsdamer Abkommen die Zoneneinteilung Deutschlands wegfällt. Die amerikanische Militärregierung bemühe sich um den wirtschaftlichen Anschluà der sowjetischen und französischen Besatzungszone an den britisch-amerikanischen Zonenverband. Der Magistrat befaÃt sich mit den Durchführungsbestimmungen zur Arbeitslosenhilfe im Winter 1947, die so schnell wie möglich in die Tat umgesetzt werden sollen. Durch Verordnung des Magistrats wird beim Hauptberufsamt der Magistratsabteilung für Arbeit ein Hauptausschuà Berufserziehung und Berufslenkung als verantwortliche Stelle für die Ãberwachung und Kontrolle der Lehrlings- und Berufsausbildung errichtet. Die Abteilung für Ernährung des Magistrats regelt die Herstellung von SüÃwaren, die mit Genehmigung der Alliierten Kommandantur jetzt wieder, wenn auch in geringen Mengen, hergestellt und verkauft werden dürfen. Sowjetische Militärpolizei sowie deutsche Kriminal- und Schutzpolizei veranstalten in Durchführung einer dreitägigen Personalkontrolle in sämtlichen Bezirken des sowjetischen Sektors unter dem Kommando des Chefs der sowjetischen Militärpolizei eine GroÃ-Razzia am Alexanderplatz, bei der insgesamt 600 Personen verhaftet werden. 1948 Der Intendant des Hebbel-Theaters, Karl-Heinz Martin, stirbt nach langer Krankheit (vgl. Schriftenr. Bln. Zeitgesch., Bd. 1, 5.11.1945). 1948 Ein nächtlicher Einbruch in den Asservatenraum der Kriminalpolizei in der DircksenstraÃe, der nur von Angehörigen der Kriminalpolizei ausgeführt worden sein kann, lenkt die Aufmerksamkeit auf groÃe MiÃstände in der Kriminalpolizei. Dabei wird festgestellt, daà unter den Kommissaren nur zwei Fachleute tätig sind, während die anderen auf Grund ihrer Parteizugehörigkeit nach einem kurzfristigen Besuch der Kriminalschule ohne Bewährungsprobe ihre Ernennung erhielten. 1949 Der Leiter der Abteilung für Arbeit des Magistrats, Stadtrat Paul Fleischmann (SPD), erklärt in einer Pressekonferenz, daà der Magistrat sich bemühen werde, ungeachtet kommunistischer Störversuche die Zuständigkeit des Berliner Arbeitsgerichtes für die gesamte Stadt aufrechtzuerhalten. Die Berufung der Herren Harnisch und Augustin zu Arbeitsrichtern ohne Rücksprache mit dem kommunistisch gelenkten FDGB werde von der SED benutzt, um die Spaltung auch auf diesem Gebiet durchzuführen. Dabei seien fünf Kammervorsitzende und achtzig Prozent aller Arbeitsrichter Angehörige der SED oder des FDGB. Der Landesausschuà der Berliner CDU beschlieÃt, das Angebot des Oberbürgermeisters, das Amt des zweiten stellvertretenden Bürgermeisters durch Dr. Friedensburg, des Stadtkämmerers durch Dr. Haas und des Stadtrats für Justiz durch Dr. Kielinger zu besetzen, anzunehmen. Der Vorbereitende Studentenausschuà der Freien Universität beendet seine Arbeiten am Entwurf eines Universitätsstatuts, das dem Senat der Universität und danach dem Magistrat zur Bestätigung vorgelegt wird (vgl. Schriftenr. Bln. Zeitgesch., Bd. 2, 4.11.1948). Kernstück der studentischen Selbstverwaltung soll der Konvent sein, in den für je 50 Studenten ein Vertreter gewählt wird. Der Konvent soll den Vorsitzenden des Allgemeinen Studentenausschusses (ASTA) wählen, der die Mitarbeiter für die einzelnen Fachgebiete in der praktischen Studentenarbeit selbst bestimmt. Der Konvent hat ferner die Vertreter der Studentenschaft im Senat, im Kuratorium und im Disziplinarausschuà zu wählen und überwacht die Tätigkeit des ASTA. In der 8. Sitzung des Magistrats des sowjetischen Sektors berichtet der Leiter der Abteilung für Verkehr und Versorgungsbetriebe, Carl-Leo Butke (CDU-Ost), über die allgemeine Lage und den technischen Zustand der Verkehrsmittel im sowjetischen Sektor. Die Abteilung wird beauftragt, so schnell wie möglich MaÃnahmen für die Herabsetzung der Fahrpreise vorzuschlagen. 1950 Die Alliierte Kommandantur teilt mit BK/L (50) 3 dem Oberbürgermeister mit, daà nach Aufhebung der Befehle über die Beschränkungen im Sport in Berlin wieder die Ausübung aller Sportarten erlaubt ist, ausgenommen die in der Kontrollratsdirektive Nr. 23 vom 17. Dezember 1945 besonders aufgeführten Sparten. Danach bleiben Flugübungen, Fallschirmspringen, Segelflug, Fechten, militärische oder paramilitärische Ausbildung und Vorführungen, SchieÃen mit Feuerwaffen und Ausbildung in athletischen Ãbungen militärischen Charakters auch weiterhin verboten. Die drei westlichen Stadtkommandanten beantworten in einem gemeinsamen Schreiben den Brief des sowjetischen Stadtkommandanten vom 19. Dezember 1949, in dem dieser die von den Westmächten festgestellten Verletzungen des Abkommens zur Beilegung des S-Bahn-Streiks zurückgewiesen hatte. Sie bedauern, daà Generalmajor Kotikow sich noch immer weigere, die Verpflichtungen über die Westmarkentlohnung der Eisenbahner zu erfüllen und erinnern daran, daà Westberliner Eisenbahner entgegen den sowjetischen Zusagen wegen ihrer Teilnahme am Streik entlassen oder versetzt worden sind oder noch ohne Gerichtsverfahren in Gefängnissen festgehalten werden. Oberbürgermeister Professor Reuter warnt auf einer Sitzung des Bundesrates in Bonn eindringlich vor einer Kürzung der Finanzhilfe für Berlin. Am Autobahnkontrollpunkt Babelsberg beschlagnahmen sowjetische Kontrollorgane zehn mit Schrott beladene Fernlastzüge, darunter fünf Berliner Wagen, die nach Westdeutschland fahren wollten. Premiere von Molieres Schauspiel "Der Menschenfeind" in der Inszenierung von Lothar Müthel im SchloÃpark-Theater im Bezirk Steglitz. In den Hauptrollen spielen Ruth Hausmeister, Gudrun Genest, Aribert Wäscher, Otto Matthies und Walter Bluhm. 1951 Das Arbeitsgericht von Berlin bestätigt durch einen Beschluà von grundsätzlicher Bedeutung eine Entscheidung der Abteilung Arbeit des Magistrats, mit der die Anerkennung der IG Metall im FDGB als Tarifvertragspartner abgelehnt worden war. In einer ausführlichen Begründung weist das Gericht nach, daà der kommunistisch gelenkte FDGB und seine Industriegewerkschaften keine "unabhängigen Gewerkschaften" im Sinne des mit Billigung der Alliierten Kommandantur von Stadtverordnetenversammlung und Magistrat verabschiedeten Tarifvertragsgesetzes sind. Vor allem behandelt das Gericht in seiner Urteilsbegründung ausführlich die Abhängigkeit des FDGB von der SED. Premiere von Bertolt Brechts politischem Schauspiel "Die Mutter" im Deutschen Theater im sowjetischen Sektor. Unter der Regie Brechts spielen in den Hauptrollen Helene Weigel, Ernst Kahler, Erwin Geschonnek, Gerhard Bienert und Ernst Busch. Die Begleitmusik zum Stück schrieb Hanns Eisler. 1951 Das Exekutivkomitee des kommunistisch gelenkten Internationalen Studentenbundes (ISB) hält im sowjetischen Sektor unter Vorsitz seines tschechoslowakischen Präsidenten, Josef Grohmann, eine sechstägige Tagung ab. Im Mittelpunkt der Beratungen stehen die Beteiligung des ISB, an der kommunistischen Weltfriedenskampagne, MaÃnahmen zur Stärkung des Verbandes und Vorbereitungen zu den 3. Weltfestspielen der Jugend und Studenten, die vom 5. bis 19. August im sowjetischen Sektor Berlins stattfinden sollen. 1952 Die Delegierten des auÃerordentlichen Berliner Landesverbandstages der DAG wählen den ehemaligen SPD-Reichstagsabgeordneten und Vorsitzenden des Allgemeinen Freien Angestelltenbundes, Siegfried Aufhäuser, der im vergangenen Herbst aus der Emigration zurückkehrte, einstimmig zum ersten Landesverbandsleiter. Zweiter Vorsitzender wird Georg Lehmann. 1953 Die Alliierte Kommandantur gibt in BK/L (53) 6 weitere Anweisungen für die PaÃkontrolle im zivilen Luftverkehr von und nach Berlin. Danach erhalten Ausländer, die mit einem gültigen Visum der Bundesrepublik einreisen, einen Vermerk in ihren PaÃ, demzufolge sie auf Grund einer generell erteilten Genehmigung der Alliierten Kommandantur berechtigt sind, Berlin zu betreten. Die Regierung der Schweiz gibt bekannt, daà sie die in der FriedrichstraÃe (sowjetischer Sektor) gelegenen Büros ihrer beim Alliierten Kontrollrat akkreditierten Delegation aufgibt. Die SchlieÃung des zur Betreuung der im sowjetischen Besatzungsgebiet wohnenden Schweizer Staatsbürger vor vier Jahren eingerichteten Büros erfolgt nach Aufforderung des Ost-Berliner Magistrats. Unabhängig davon aber behält die schweizerische Delegation ihren Sitz im früheren Schweizer Gesandtschaftsgebäude in der Fürst-Bismarck-StraÃe im Bezirk Tiergarten (britischer Sektor). 1954 Volkskammerpräsident Dr. Dieckmann (LDP) schlägt Bundestagspräsident Dr. Ehlers in einem Schreiben einen gemeinsamen Appell beider Institutionen an die AuÃenministerkonferenz der vier GroÃmächte vor, damit eine deutsche Vertretung zu ihren Beratungen hinzugezogen wird; darüber hinaus hält er es für besonders wünschenswert, wenn schon vorher Vertreter beider Teile Deutschlands zusammentreten. Auf der 5. Tagung der Ost-Berliner "Volksvertretung" bezeichnet Oberbürgermeister Ebert (SED) die im Schreiben des Abgeordnetenhaus-Präsidenten Professor Suhr enthaltene Einladung an die früheren SED-Stadtverordneten zur Teilnahme an den Sitzungen des Abgeordnetenhauses von Berlin als einen Trick. Auch lehnt er das Alleinvertretungsrecht des Abgeordnetenhauses ab, weil es seine "formale" Existenz nur einer ununterbrochenen Kette eklatanter Verletzungen des Völkerrechts und der Verfassung Berlins verdanke (vgl. Schriftenr. Bln. Zeitgesch., Bd. 4, 1. Hlbd., Kap. V, S. 1071 ff.). Weder mit der Vorläufigen Verfassung von Berlin noch mit den Abkommen über die einheitliche Viermächteverwaltung der Stadt wäre es vereinbar gewesen, daà die SPD und ihre "Koalitionsfreunde" ohne die erforderliche Genehmigung der Alliierten Kommandantur im Jahre 1948 "Separatwahlen" für die Westsektoren ausgeschrieben hätten (vgl. hierzu Schriftenr. Bln. Zeitgesch., Bd. 4, 2. Hlbd., Kap. XI A, XII C und F, XIII, S. 1439 ff., 1605 ff., 1680 ff.). Die "Volksvertretung" beauftragt den Magistrat, der sozialen, kulturellen und gesundheitlichen Betreuung der Werktätigen gröÃte Aufmerksamkeit zu widmen. Hierzu soll er alle Betriebsleitungen anhalten, Die Bezirksverordnetenversammlung von Spandau wählt den Stadtrat für Sozialwesen, Georg Ramin (SPD), zum neuen Bezirksbürgermeister für den aus persönlichen Gründen aus seinem Amt geschiedenen Karl Schilling (SPD). Der "Ausschuà für Deutsche Einheit" wendet sich auf seiner ersten Sitzung in einer EntschlieÃung gegen die Verträge von Bonn und Paris, da sie mit einer Wiedervereinigung unvereinbar seien. Angesichts der "Versuche Adenauers", durch Ãnderung der Verfassung die Wehrpflicht einzuführen, fordert der Ausschuà erneut die Bildung einer Provisorischen gesamtdeutschen Regierung. Alles, was sich dem widersetze, sei antideutsch und müsse bekämpft werden. Die Stunde verlange, daà der Kampf gegen die Remilitarisierung in allen ihren Erscheinungsformen aufgenommen werde. Der Ausschuà verweist auf die Vorschläge der "DDR"-Regierung und ruft alle Deutschen auf, alles zu tun, damit der deutsche Standpunkt auf der bevorstehenden Viermächtekonferenz zu Gehör gebracht werden könne. Der Vorsitzende des Rates der EKD, Bischof D. Dr. Dibelius, ersucht in einem Schreiben den sowjetischen Hohen Kommissar, Botschafter Semjonow - nachdem in den letzten Monaten bereits rund 8000 Kriegsgefangene und Zivilinternierte aus der Sowjetunion zurückkehrten -, auch daran mitzuhelfen, den von sowjetischen Militärtribunalen verurteilten Deutschen, die sich noch im Gewahrsam der Sowjetunion oder deutscher Stellen befinden, die Freiheit wiederzugeben. Sollte eine baldige Heimkehr nicht möglich sein, so bittet er darum, ihnen wenigstens eine Postverbindung mit ihren Angehörigen zu erlauben. Eine solche MaÃnahme würde in der Bevölkerung mit groÃer Freude aufgenommen werden und viele MiÃverständnisse beseitigen. Seinem Brief fügt der Bischof eine Liste inhaftierter kirchlicher Amtsträger bei, die, von sowjetischen Gerichten verurteilt, entweder in Lagern der Sowjetunion oder in deutschen Haftanstalten ihre Strafen abbüÃen. Er versichert dem Botschafter, daà weitere groÃzügige MaÃnahmen die Atmosphäre des Vertrauens stärken und damit einen wesentlichen Beitrag zum Frieden der Welt schaffen würden. 1955 Die Berliner SED-Bezirksleitung gibt bekannt, daà sie aus dem Kreis ihrer Kandidaten zu den West-Berliner Wahlen am 5. Dezember 1954 Kommissionen von "Wählervertretern" in den Bezirken gebildet hat. Ihre Aufgabe ist es, für die Bevölkerung regelmäÃig Sprechstunden abzuhalten und zu aktuellen politischen Fragen anhand ihres Wahlprogramms Stellungnahmen abzugeben. 1956 Der britische Stadtkommandant, Generalmajor Cottrell-Hill, protestiert bei den sowjetischen Behörden in Karlshorst gegen das Verhalten der Volkspolizei bei dem Autounfall einer britischen Streife, die am Vorabend im Spandauer Stadtforst mit ihrem Jeep gegen einen Baum fuhr, wobei seine Hinterräder herumgeschleudert wurden und so wenige Zentimeter in der DDR standen. Als die Soldaten den Wagen dann abschleppen wollten, wurden sie von rund 25 Volkspolizisten daran gehindert. Nach vergeblichen Versuchen, sich mit ihnen zu verständigen, bat ein britischer Offizier um die Hinzuziehung eines sowjetischen Offiziers, der aber erst nach zwei Stunden erschien, sich nicht für zuständig erklärte und wieder davonfuhr. Als daraufhin der britische Offizier das Abschleppen befahl, feuerten die Volkspolizisten mehrere Warnschüsse ab. Nach erneutem britischen Protest kam nach einer weiteren Stunde ein anderer sowjetischer Offizier, der nunmehr sein Einverständnis erklärte, nachdem inzwischen auch die britische Seite an der Zonengrenze Infanteristen hatte aufmarschieren lassen. 123. Sitzung des Deutschen Bundestages. 1956 Der Süddeutsche Rundfunk in Stuttgart veranstaltet als erster Sender in der Bundesrepublik unter Beteiligung des SFB und des RIAS eine "Berlin-Woche", um seine Hörer mit den politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Problemen Berlins vertraut zu machen. 1957 Die Reichsbahn eröffnet die direkte Zugverbindung zwischen Ost-Berlin und Wien mit dem "Vindobona"-ExpreÃ, der vom Bahnhof FriedrichstraÃe aus zu seiner ersten fahrplanmäÃigen Fahrt über Dresden und Prag startet. Dieser täglich verkehrende dreiteilige ExpreÃ, platzkartenpflichtig und nur für den internationalen Verkehr zugelassen, legt die Strecke in etwa zwölf Stunden zurück und erreicht zeitweilig eine Geschwindigkeit von 100 km/h. 1959 Der amerikanische AuÃenminister Dulles äuÃert sich auf einer Pressekonferenz zur Möglichkeit von Viermächte-Verhandlungen. Dabei nennt er die in Gesprächen mit dem stellv. sowjetischen Ministerpräsidenten Mikojan erreichte Klarstellung ermutigend, daà seitens der Regierung in Moskau "keine Absicht vorlag", ihre Note vom 27. November 1958 "als ein Ultimatum mit einer festgelegten Zeitbegrenzung behandelt zu wissen". Insofern habe man einen "gewissen Fortschritt" erzielt. Beunruhigend hingegen bleibe das sowjetische Streben nach Einengung der Tagesordnung einer Konferenz auf die Komplexe Berlin und Friedensvertrag unter Verzicht auf die gleichzeitige Erörterung von Problemen wie der Wiedervereinigung Deutschlands und der Sicherheit Europas. Dies erscheine jedoch "unrealistisch", weil der Westen noch immer daran glaube, daà zwischen all diesen Fragen ein enger Zusammenhang bestehe. 1959 Der amerikanische AuÃenminister Dulles äuÃert sich auf einer Pressekonferenz zur Möglichkeit von Viermächte-Verhandlungen. Dabei nennt er die in Gesprächen mit dem stellv. sowjetischen Ministerpräsidenten Mikojan erreichte Klarstellung ermutigend, daà seitens der Regierung in Moskau "keine Absicht vorlag", ihre Note vom 27. November 1958 "als ein Ultimatum mit einer festgelegten Zeitbegrenzung behandelt zu wissen". Insofern habe man einen "gewissen Fortschritt" erzielt. Beunruhigend hingegen bleibe das sowjetische Streben nach Einengung der Tagesordnung einer Konferenz auf die Komplexe Berlin und Friedensvertrag unter Verzicht auf die gleichzeitige Erörterung von Problemen wie der Wiedervereinigung Deutschlands und der Sicherheit Europas. Dies erscheine jedoch "unrealistisch", weil der Westen noch immer daran glaube, daà zwischen all diesen Fragen ein enger Zusammenhang bestehe. 1960 Der sowjetische Botschafter Smirnow empfängt in Bonn den SPD-Vorsitzenden Ollenhauer und dessen Stellvertreter Wehner zu einem Gespräch über die Berlin-Frage. - Auf die Bitte Ollenhauers läÃt Smirnow kurz darauf ihm eine allerdings jeden amtlichen Charakters entbehrende "Mitteilung des Botschafters der UdSSR ... an den Vorsitzenden der SPD ..." zustellen, die die Grundzüge seiner an diesem Abend vorgetragenen Gedanken schriftlich fixiert. Im Anschluà an einen mehrtägigen Besuch in der Bundesrepublik halten sich der stellv. griechische Ministerpräsident Panajotis Kanellopoulos und Industrieminister Nicolaos Martis für mehrere Stunden in Berlin auf. Nach einer Besichtigungsfahrt durch beide Teile der Stadt und nach einem Empfang durch die Industrie- und Handelskammer betont Kanellopoulos bei der Zeremonie der Eintragung in das Goldene Buch der Stadt im Rathaus Schöneberg die Entschlossenheit seines Landes, unter allen Umständen zu den im Rahmen der NATO übernommenen Verpflichtungen gegenüber Berlin zu stehen. Weiter lädt er den Regierenden Bürgermeister Brandt zu einem Besuch nach Athen ein. 1960 Der sowjetische Botschafter Smirnow empfängt in Bonn den SPD-Vorsitzenden Ollenhauer und dessen Stellvertreter Wehner zu einem Gespräch über die Berlin-Frage. - Auf die Bitte Ollenhauers läÃt Smirnow kurz darauf ihm eine allerdings jeden amtlichen Charakters entbehrende "Mitteilung des Botschafters der UdSSR ... an den Vorsitzenden der SPD ..." zustellen, die die Grundzüge seiner an diesem Abend vorgetragenen Gedanken schriftlich fixiert. Im Anschluà an einen mehrtägigen Besuch in der Bundesrepublik halten sich der stellv. griechische Ministerpräsident Panajotis Kanellopoulos und Industrieminister Nicolaos Martis für mehrere Stunden in Berlin auf. Nach einer Besichtigungsfahrt durch beide Teile der Stadt und nach einem Empfang durch die Industrie- und Handelskammer betont Kanellopoulos bei der Zeremonie der Eintragung in das Goldene Buch der Stadt im Rathaus Schöneberg die Entschlossenheit seines Landes, unter allen Umständen zu den im Rahmen der NATO übernommenen Verpflichtungen gegenüber Berlin zu stehen. Weiter lädt er den Regierenden Bürgermeister Brandt zu einem Besuch nach Athen ein. 1963 Zum 44. Jahrestag der Ermordung Karl Liebknechts und Rosa Luxemburgs veranstaltet die SED wieder ihre traditionell "machtvolle Demonstration" zur Sozialisten-Gedenkstätte in Friedrichsfelde, wo Ost-Berlins Oberbürgermeister Ebert vor den trotz strenger Kälte 150 000 teilnehmenden Personen die Gedenkansprache hält. 1964 Erste "parlamentarische Sitzungswoche" im wiederhergestellten Südflügel des Reichstages mit Sitzungen der Bundestagsfraktionen von SPD und FDP sowie von acht Bundestagsausschüssen. 1966 Während seines fünftägigen Arbeitsbesuches in der Stadt - ADN wertet dieses "widerrechtliche Auftreten"als weiteres Glied in der"Kette von BonnerProvoka-tionen in West-Berlin" - empfängt Bundespräsident Lübke in seinem Amtssitz Schloà Bellevue den Regierenden Bürgermeister Brandt zu einem ausführlichen politischen Meinungsaustausch und ist Ehrengast des Presseballs im Palais am Funkturm. 1966 Während seines fünftägigen Arbeitsbesuches in der Stadt - ADN wertet dieses "widerrechtliche Auftreten"als weiteres Glied in der"Kette von BonnerProvokationen in West-Berlin" - empfängt Bundespräsident Lübke in seinem Amtssitz Schloà Bellevue den Regierenden Bürgermeister Brandt zu einem ausführlichen politischen Meinungsaustausch und ist Ehrengast des Presseballs im Palais am Funkturm. 1967 Konstituierende Tagungen der neugewählten Regionalsynoden Ost und West der Ev. Kirche Berlin-Brandenburg im Stephanusstift in WeiÃensee (162 Mitglieder) und im Gemeindehaus der Kirchengemeinde Alt-Tempelhof (87 Mitglieder, darunter der Regierende Bürgermeister Albertz) mit gleicher Tagesordnung. Im Vordergrund stehen die Wahlen der neuen Präsidenten, der regionalen Kirchenleitungen sowie der Mitglieder des Bischofswahlkollegiums. Die östliche Teilsynode billigt ferner nun ebenfalls das Gesetz über die Einheit des Berliner Stadtsynodalverbandes. Während die beiden Präses Fritz Figur und Hans Altmann in ihren Ãmtern bestätigt werden, wählt die östliche Synode den Missionsdirektor Gerhard Burkhardt sowie Superintendent Reinhard Steinlein und die westliche Pfarrer Hans Kraske und die Direktorin der Ev. Schule für Sozialarbeit, Ingeborg Klauert, zu ihren jeweiligen Stellvertretern. Generalsuperintendent Schönherr - von der Ost-Berliner Kirchenleitung in Absprache mit Bischof Scharf am 5. Januar zum Bischofsverweser für die östlichen Teile der Kirchenprovinz berufen - absolviert am 16. Januar seinen Antrittsbesuch beim DDR-Staatssekretär für Kirchenfragen, Seigewasser, der hierbei, so ADN, dem "amtierenden Bischof" gegenüber die Erwartung ausspricht, "daà die Berlin-Brandenburgische Kirche ihre Angelegenheiten ohne Einmischung von West-Berlin regeln wird". 1968 ADN berichtet von der Ablehnung des Angebots von Bundespostminister Dollinger, der DDR-Post für erbrachte Mehrleistungen im Brief-, Paket- und Fernsprechdienst 1967 eine vorläufige Pauschalabgeltung in Höhe von 20 Mio. DM zu überweisen, durch die DDR. Statt unverzüglicher Begleichung der auf 985 Mio. DM angewachsenen Schulden der Bundespost habe Dollinger in seinem Brief lediglich deutlich gemacht, daà sich die Bundespost ihren hohen Zahlungsverpflichtungen gegenüber der DDR nach wie vor zu entziehen versuche. 1969 Das DDR-Innenministerium fordert MaÃnahmen gegen die NPD. (Vgl. 7. Januar.) "Die Interessen der DDR und das Verlangen der übergroÃen Mehrheit der Westberliner Bevölkerung gebieten ... die unverzügliche Einleitung entschiedener Schritte gegen die Neonazis und ihre Partei in Westberlin", heiÃt es in einer von der DDR-Agentur ADN verbreiteten Mitteilung der Pressestelle des Innenministeriums. Das Schreiben des DDR-Innenministers Friedrich Dickel vom 15. Oktober 1968 an den Regierenden Bürgermeister Klaus Schütz, "in welchem entschiedene MaÃnahmen gegen die neonazistischen und revanchistischen Umtriebe in der inmitten des Territoriums der DDR gelegenen selbständigen politischen Einheit Westberlin gefordert werden", sei aktueller denn je. In Ost-Berlin beschlieÃt das "Komitee zum 20. Jahrestag der Deutschen Demokratischen Republik" einen Aufruf und Thesen zum 20. DDR-Jubiläum am 7. Oktober. 14. Januar Der Senat beschlieÃt in seiner 59. Sitzung, dem Bundesfinanzminister Verbesserungen des Berlin-Hilfe-Gesetzes vorzuschlagen, die im Entwurf eines Gesetzes über die Gewährung von Investitionszulagen und zur Ãnderung steuerrechtlicher und prämienrechtlicher Vorschriften (Zweites Steueränderungsgesetz 1968) aufgenommen werden sollen. Der Senat schlägt vor, die Investitionszulage im verarbeitenden Gewerbe - ausgenommen das Baugewerbe - auf 30 Prozent (statt 25 Prozent, ab 1971 20 Prozent) zu erhöhen, die Befristung bei der Investitionszulage im verarbeitenden Gewerbe aufzuheben und eine Investitionszulage von 15 Prozent für unbewegliche Wirtschaftsgüter zu gewähren. Der Regierende Bürgermeister Klaus Schütz spricht sich für eine Fortsetzung der kleinen Koalition aus SPD und F.D.P. in West-Berlin bis zum Ende der Legislaturperiode 1971 aus. Vor Pressevertretern weist Schütz Spekulationen über eine Krise zwischen den Koalitionspartnern zurück. In den Stadtbüchereien von neun der zwölf West-Berliner Bezirke liegen ab sofort die in Ost-Berlin erscheinenden Tageszeitungen aus. Die Büchereien der Bezirke Charlottenburg, Kreuzberg und Zehlendorf sollen im Laufe des Jahres folgen. Das Auslegen der Zeitungen wurde vom Senatspresseamt angeregt. 1970 Der Sprecher des sowjetischen AuÃenministeriums, Leonid Samjatin, spricht sich auf einer Pressekonferenz in Moskau entschieden gegen die geplanten Sitzungen der Fraktionen des Deutschen Bundestags in West-Berlin aus. (Vgl. 10. Januar.) "Eine solche Aktivität in Westberlin ist von der Sowjetunion niemals gebilligt worden und wird auch niemals gebilligt werden. Solche Tagungen in Westberlin haben nichts gemein mit dem allgemeinen Ziel, im Zentrum Europas Ruhe und Ordnung zu gewährleisten. Sie dienen auch nicht dem gegenseitigen Verständnis zwischen den europäischen Völkern. Die Bundesrepublik Deutschland kennt unseren Standpunkt, daà Westdeutschland keinerlei Rechte auf diese Stadt hat. Der internationale Status dieser besonderen politischen Einheit Westberlin ist ein Element des territorialen Status quo in Europa. Die westdeutsche Seite muà sich darüber im klaren sein, daà die künstliche Schürung von Spannungen im Zusammenhang mit Westberlin in keinem Fall der Entspannung in Europa dient." Ost-Berlins Oberbürgermeister Herbert Fechner legt an der Baugrube Jerusalemer StraÃe (Berlin-Mitte) den Grundstein für die neue Leipziger StraÃe. Hier soll in den nächsten Jahren ein Wohnensemble mit zahlreichen Geschäften und Restaurants entstehen. Im Alter von 70 Jahren stirbt in Ost-Berlin Arthur Pieck (SED), der 1945/46 dem ersten Berliner Nachkriegsmagistrat als Leiter der Abteilung für Personalfragen und Verwaltung angehörte und von 1961 bis 1965 Stellvertreter des Ministers für Verkehrswesen und Leiter der Hauptverwaltung der Zivilen Luftfahrt der DDR war. 1973 Das 3. Internationale HallenfuÃballturnier endet in der Deutschlandhalle (Berlin-Charlottenburg) mit dem Gesamtsieg des 1. FC Köln, der mit dem 2 : 2 gegen den FC Bayern München im Finale einen Punkt Vorsprung verteidigt. 1974 Zum 55. Jahrestag der Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht am 15. Januar 1919 beteiligen sich mehr als 150 000 Personen an der traditionellen "Kampfdemonstration" zur Gedenkstätte der Sozialisten in Berlin-Friedrichsfelde. Das Motto lautet: "Wir demonstrieren: Für die Stärkung der DDR! Für die Festigung der sozialistischen Staatengemeinschaft! Für Frieden und Sicherheit der Völker!" Die Gedenkrede hält Konrad Naumann, Kandidat des Politbüros des Zentralkomitees der SED und Erster Sekretär der SED-Bezirksleitung Berlin. 1977 Der Ende 1976 aus dem Dienst geschiedene Protokollchef des Landes Berlin, Hans-Georg Urban, nimmt im Rathaus Schöneberg das ihm vom Bundespräsidenten verliehene GroÃe Verdienstkreuz des Bundesverdienstordens aus der Hand des Regierenden Bürgermeisters Klaus Schütz entgegen. Urban hatte das Amt des Protokollchefs seit 1970 inne. Sein Nachfolger ist der bisherige Senatsdirektor in der Wirtschaftsverwaltung, Willi Diedrich. 1978 Der Regierungschef der Demokratischen Volksrepublik Jemen, Ali Nasser Mohammed, der am 11. Januar zu einem offiziellen Besuch in der DDR eintraf, ist zu Gast beim VEB Funkwerk Köpenick. AuÃerdem besucht er den Fernsehturm am Alexanderplatz. Dabei wird er von Oberbürgermeister Erhard Krack über die Bauvorhaben in Ost-Berlin bis zum Jahre 1990 informiert. SchlieÃlich besichtigt der jemenitische Politiker den Palast der Republik. 1980 Anlässlich des 61. Jahrestags der Ermordung von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg beteiligen sich 200 000 Personen an der traditionellen "Kampfdemonstration" zur Gedenkstätte der Sozialisten in Friedrichsfelde. Das Motto lautet: "Im Geiste Karl Liebknechts und Rosa Luxemburgs für Sozialismus und Frieden!" Die Gedenkrede hält Konrad Naumann, SED-Politbüromitglied und Erster Sekretär der Bezirksleitung Berlin der SED. Das 9. Internationale HallenfuÃballturnier in der Deutschlandhalle (Charlottenburg) endet mit dem Sieg der Mannschaft von Rapid Wien. Turnierzweiter: MSV Duisburg. 1981 Das SPD-Präsidium in Bonn charakterisiert das Bestreben der Berliner CDU, durch einen Volksentscheid Neuwahlen herbeizuführen als "politischen MiÃbrauch der Verfassung". Da die SPD/F.D.P.-Koalition eine klare Mehrheit besitze, sei die Handlungsfähigkeit des Abgeordnetenhauses auch nicht in Frage gestellt. 1982 Aufseiner Jahrespressekonferenz macht der Regierende Bürgermeister von Weizsäcker deutlich, daà es dem Senat trotz der kritischen Lage in Polen seit Verhängung des Kriegsrechts im Dezember 1981 darum gehe, das Mögliche und das Machbare für die innerdeutschen Beziehungen und für Berlin zu erreichen. Wichtigster Punkt dabei bleibe die Korrektur der am 13. Oktober 1980 erhöhten Mindestumtauschsätze im Besucher- und Reiseverkehr mit der DDR. Zum Thema Integration der S-Bahn in das West-Berliner Nahverkehrssystem meint der Regierende Bürgermeister, daà vor entsprechenden Verhandlungen mit den Alliierten und der DDR die verkehrspolitische Gesamtplanung feststehen müsse, an der gegenwärtig im Senat mit Hochdruck gearbeitet würde. 1983 Aus Anlaà des bevorstehenden 50. Jahrestages der NS-Machtergreifung veranstalten die Historische Kommission zu Berlin, das Institut für Zeitgeschichte, München, und die Deutsche Vereinigung für Parlamentsfragen, Bonn, gemeinsam im Reichstag eine internationale Konferenz "1933 - Deutschlands Weg in die Diktatur" unter Teilnahme von mehreren hundert Historikern, Politologen, Publizisten und anderen Wissenschaftlern aus der Bundesrepublik, Westeuropa, den USA, Israel, Jugoslawien, Ungarn und Polen. Nach der BegrüÃung durch Bundestagspräsident Stücklen und den Regierenden Bürgermeister von Weizsäcker sowie dem Einleitungsreferat des Berliner Politologen Richard Löwenthal werden in drei längeren Arbeitssitzungen einzelne Aspekte des Themas unter Leitung eines Fachwissenschaftlers und durch weiterführende wie vertiefende Statements von Kollegen eingehend erörtert. An einer abschlieÃenden Podiumsdiskussion über die Auswirkungen der Ereignisse vor 50 Jahren auf die Gegenwart beteiligen sich u. a. Bundesjustizminister Engelhardt (F.D.P.), der bayerische Kultusminister Maier (CSU), der frühere Bundesfinanzminister Möller (SPD) und der ehemalige Bundestagspräsident Gerstenmaier (CDU). 1985 Zum 66. Jahrestag der Ermordung von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg veranstaltet die SED bei klirrender Kälte ihre traditionelle "machtvolle Kampfdemonstration", an der etwa 200000 Berliner teilnehmen, darunter wiederum Betriebskampfgruppen. Nach dem Marsch vom S-Bahnhof Frankfurter Allee spricht das Politbüro-Mitglied Jarowinsky zum Motto "Im Geiste von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg für Sozialismus und Frieden". 1986 Die Stadtbezirksversammlung Treptow wählt auf ihrer Sitzung den 37jährigen Diplom-Ãkonomen Günter Polauke (SED) zum neuen Bezirksbürgermeister als Nachfolger von Günther Manow, der "eine andere verantwortungsvolle Tätigkeit in der Hauptstadt" übernimmt. 1987 Der Senat verabschiedet in seiner 74. Sitzung den Entwurf zum neuen Flächennutzungsplan, der im Vorfeld derDiskussion bereits bei einigen Bezirken,Organisationen und Institutionen aufteilweise heftige Kritik gestoÃen ist; er bildet die Grundlage für die Bürgerbeteiligung und liegt ab 9. März für sechs Wochen öffentlich aus. Kernstücke sind u.a. die Bereitstellung von rund 300 HektarfürGewerbeund Industrieansiedlung, die Ausweitung der Reserveflächen für 45 000 neue Wohnungen bis Mitte der90erJahre,fernerzusätzliche Sportanlagen auf rund 130 Hektar noch unbebautem Gelände "unter Berücksichtigung landschaftsplanerischer Aspekte" sowie die Erhaltung der derzeit etwa 50 000 Kleingärten, für die allerdings neue Flächen erschlossen werden müssen, falls sie für Gewerbe und Industrie gebraucht werden. Das Temperatur-Maximum - der noch relativ wärmste Zeitpunkt des Tages klettert auf nur 17° minus, was bislang noch nicht gemessen worden war. Die BVG schätzt insgesamt etwa 150 000 zusätzliche Fahrgäste, vor allem solche, die ihr Auto gezwungenermaÃen oder freiwillig hatten stehen lassen. In Ost-Berlin verursacht die Kälte u.a. Störungen bei der S-Bahn durch Einfrieren von Weichen am "Alex", in der Warschauer StraÃe und in Schöneweide, Entgleisungen bei den StraÃenbahnlinien 72 in der GehrenseestraÃe in Hohenschönhausen, 11 in der ElisabethstraÃe in Biesdorf, 20 am Prenzlauer Tor und 24 am Antonplatz,zwischen7.19 und 8.27Uhrdurch einen Kabeldefekt im Umspannwerk KoppenstraÃe eine Unterbrechung der Stromversorgung in Teilen des Bezirks Mitte und dasEinfrieren von Wasserleitungen in mehreren hundert Wohnungen. 1988 Im Senatsgästehaus in der Grunewalder MenzelstraÃe empfängt der Regierende Bürgermeister Diepgen den für Wirtschaftsfragen zuständigen stellv. sowjetischen Ministerpräsidenten Antonow - er hatte an beiden Tagen zuvor als Delegationsleiter an der 41. Tagung der paritätischen Regierungskommission für ökonomische und wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit zwischen der UdSSR und der DDR in Ost-Berlin teilgenommen - zu einem anderthalbstündigen Informationsund Meinungsaustausch in "sachlicher, konstruktiver und sehr guter Atmosphäre". Nach Darstellung von Senatssprecher Fest erörtern beide ausschlieÃlich Fragen der wirtschaftlichen Entwicklung und Zusammenarbeit, wobei Antonow groÃes Interesse an "Produktionskooperation" von Firmen sowie an einer Ausweitung des AuÃenhandelsvolumens erkennen läÃt; West-Berlins Anteil am Warenaustausch zwischen der Bundesrepublik und der UdSSR beträgt etwa 5,2%. Das Gespräch kam, "dem Vernehmen nach", offenbar auf sowjetische Anregung zustande, nachdem Generalkonsul Alexejew "relativ kurzfristig" beim Chef der Senatskanzlei, Stronk (beide auch Teilnehmer des Treffens), anfragte, ob ein Interesse Diepgens an einer solchen Begegnung bestehe. 1989 Zum dritten Mal nimmt eine sowjetische Transportmaschine auf dem Flughafen Tegel medizinische Hilfsgüter für die Erdbebenopfer in Armenien an Bord. Nach Angaben des DRK besteht die Ladung aus 200000 Infusions-Sets, 300000 Infusions-Ständern sowie 80000 Adaptern für dieses System. Der Wert der Hilfsgüter - Spenden eines amerikanischen und eines deutschen Unternehmens - beträgt 854 000 DM. 1990 Politiker und Künstler aus der DDR und der Bundesrepublik Deutschland gründen in Ost-Berlin den ersten Verein mit Sitz in beiden Teilen Berlins. Die "Deutsche Gesellschaft" will das Verständnis zwischen den Deutschen in Ost und West vertiefen und deren Gemeinsamkeiten fördern. Dies soll durch gemeinsame kulturelle, wissenschaftliche und ökologische Projekte erreicht werden. 1993 Die 14. GroÃe Strafkammer des Landgerichts Berlin hebt einen gegen den ehemaligen DDR-Staats- und Parteichef Erich Honecker vorliegenden Haftbefehl wegen AmtsmiÃbrauchs und Untreue auf, nachdem bereits am Vortag die 27. GroÃe Strafkammer den Prozeà gegen Honecker wegen der Todesschüsse an der Berliner Mauer und an der innerdeutschen Grenze eingestellt und den ersten Haftbefehl aufgehoben hatte. (Vgl. 12. Januar.) Die 14. GroÃe Strafkammer begründet die Aufhebung des zweiten Haftbefehls damit, daà Honecker ein längeres Strafverfahren nicht mehr durchstehen könne. Das Ende eines möglicherweise mehrere Monate dauernden Strafverfahrens würde Honecker aufgrund seiner Krebserkrankung vermutlich nicht mehr erleben. Damit bestehe ein ProzeÃhindernis, das auch die Aufrechterhaltung der Untersuchungshaft sinnlos mache. Honecker verläÃt die Untersuchungshaftanstalt Moabit, wo er sich seit dem 29. Juli 1992 befunden hat, als freier Mann und tritt vom Flughafen Berlin-Tegel aus eine _ von einem "Solidaritäts-Komitee für Erich Honecker" organisierte _ Flugreise nach Chile an, wo seine Frau Margot, seine Tochter Sonja, sein Schwiegersohn und zwei Enkelkinder leben. 1994 Das Bundeskabinett billigt in Bonn den von Bundesfinanzminister Theodor Waigel erarbeiteten Kostenrahmen für den Umzug von Bundestag und Bundesregierung nach Berlin mit einem Gesamtvolumen von 20 Milliarden DM. (Vgl. 11. Januar.) In einer Aktuellen Stunde des Abgeordnetenhauses (60. Sitzung, 12. Wahlperiode) zum Thema "1994 ? Berlin in einem Jahr schwieriger Entscheidungen" kündigt der Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen an, daà sich der Senat wieder stärker den westlichen Bezirken Berlins zuwenden wolle. Es bleibe zwar bei dem Grundsatz "Aufbau Ost vor Ausbau West", doch dürfe der Westteil Berlins "bei allen Unterschieden, Benachteiligungen und Schwierigkeiten, die es im Ostteil der Stadt gibt, nicht mehr und mehr zur benachteiligten Insel Deutschlands" werden. Die West-Berliner hätten in den vergangenen Jahren im Vergleich zu den Westdeutschen reale EinkommenseinbuÃen von über 15 Prozent verkraften müssen. 1996 Der Boxring Berlin schlägt den SV Halle in der Bruno-Gehrke-Sporthalle in Berlin-Spandau 17 : 11. Damit steht bereits einen Kampftag vor Ende der Bundesligasaison 1995/96 der Berliner Verein als Deutscher Mannschaftsmeister der Amateurboxer fest. 2000 Der frühere DDR-Staats- und Parteichef Egon Krenz, der rechtskräftig zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt ist, tritt in der Justizvollzugsanstalt Berlin-Hakenfelde seine Haftstrafe an, nachdem das Bundesverfassungsgericht seine Beschwerde gegen die Verurteilung wegen Totschlags an DDR-Flüchtlingen abgewiesen hat. Im offenen Vollzug in Hakenfelde sitzt bereits das zu drei Jahren Haft verurteilte frühere SED-Politbüromitglied Günter Schabowski ein. 2002 Zehntausende ziehen in der Gedenkstätte der Sozialisten in Friedrichsfelde an den Gräbern von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg vorbei. Die beiden Arbeiterführer wurden vor 83 Jahren - am 15. Januar 1919 - von Freikorpsoffizieren ermordet. 2004 Die Axel Springer AG weiht mit einem Festakt ihren Neu- und Erweiterungsbau in Kreuzberg ein. Zur Eröffnung der etwa 175 Millionen Euro teuren Axel Springer Passage und des Veranstaltungsforums Ullstein-Halle kommen rund 500 Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Medien. Vorstandschef Mathias Döpfner kündigt an, der Verlag werde den Doppelhauptsitz Hamburg/Berlin aufgeben und die Konzernzentrale vollständig von Hamburg nach Berlin verlagern. Altbundeskanzler Helmut Kohl würdigt in seiner Rede das Lebenswerk des 1985 gestorbenen Verlagsgründers Axel Springer und dessen Engagement für die Wiedervereinigung. 2006 Auf dem Messegelände am Funkturm in Charlottenburg findet zum 71. Mal die Internationale Grüne Woche Berlin statt. Mehr als 1 600 Aussteller aus 53 Ländern offerieren auf der weltgröÃten Agrarschau ihre Angebote an landestypischen Spezialitäten, Nahrungsmitteln und Agrarprodukten. Trotz eines Besucherrückgangs auf rund 410 000 Gäste (2005: rund 450 000) wird die Grüne Woche als Erfolg gewertet. 2008 Traditionelles Gedenken an Karl Liebknecht (1871-1919) und Rosa Luxemburg (1871-1919) in der Gedenkstätte der Sozialisten auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde. Die Partei "Die Linke" spricht von rund 70 000 Teilnehmern. 2011 Im Alter von 87 Jahren stirbt in Berlin der Schauspieler Hellmut Lange. Einen besonders hohen Bekanntheitsgrad erreichte er 1969 durch seine Rolle in dem ZDF-Vierteiler »Die Lederstrumpferzählungen«. Von 1971 bis 1981 moderierte er die ARD-Ratesendung »Kennen Sie Kino?«.
Seine letzte Ruhestätte befindet sich auf dem Südwestkirchhof in Stahnsdorf in Brandenburg. 2013 Traditionelles Gedenken an die vor 94 Jahren ermordeten Arbeiterführer Karl Liebknecht (1871â1919) und Rosa Luxemburg (1871â1919) in der Gedenkstätte der Sozialisten auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde. Auch die Vorsitzenden der Linkspartei, Katja Kipping und Bernd Riexinger, sowie der Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Gregor Gysi, nehmen teil. 2015 Der Zentralrat der Muslime in Deutschland und die Türkische Gemeinde Berlin haben zu einer Mahnwache für die Opfer der Anschläge in Frankreich aufgerufen. (Siehe 11. Januar.) Nach Polizeiangaben versammeln sich rund 10 000 Menschen â Muslime, Christen, Juden und die Spitzen der Politik â vor dem Brandenburger Tor. Das Motto der Mahnwache lautet: »Zusammenstehen â Gesicht zeigen«. Bundespräsident Joachim Gauck dankt den Muslimen in Deutschland für ihr Eintreten gegen religiösen Fanatismus. »Die Terroristen wollten uns spalten. Erreicht haben sie das nicht«, so Gauck. 2016 Polizeieinsatz in der Rigaer StraÃe 94 in Friedrichshain, wo sich das aus einer Hausbesetzung entstandene Wohnprojekt »Rigaer 94« befindet: Die Polizei führt mit 500 Beamten und Unterstützung des SEK eine Hausbegehung durch. Auslöser des GroÃeinsatzes ist ein Angriff auf einen Kontaktbereichsbeamten.
Am 22. Juni lässt die Hausverwaltung Teile der Rigaer StraÃe 94 von Bauarbeitern räumen. Die Räumung wird durch ein GroÃaufgebot der Polizei abgesichert. 2019 Traditionelles Gedenken an Karl Liebknecht (1871â1919) und Rosa Luxemburg (1871â1919), die vor 100 Jahren ermordet wurden. Zur Gedenkstätte der Sozialisten auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde kommen auch die Vorsitzenden der Linkspartei, Katja Kipping und Bernd Riexinger, sowie die Vorsitzenden der Linksfraktion im Deutschen Bundestag, Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch.
Die Kommandanten erteilen zugleich dem Oberbürgermeister den Auftrag, zur weiteren Demokratisierung der Schulen einen Verordnungsentwurf über die Erhöhung des Erziehungsstandards und der Schuldisziplin vorzulegen.
Das Kohlendefizit beträgt nach Mitteilung von Oberst Howley für die Berliner Industrie und speziell für die Kraftwerke 180 000 Tonnen Steinkohle aus dem Westen und 80 000 Tonnen Braunkohle aus dem Osten. Frost und schlechte Bahnverhältnisse verhindern die Erfüllung dieser Lieferungen. Abgesehen von den Jugendämtern des Magistrats sei in Berlin noch keine einheitliche Regelung des Jugendorganisationswesens erfolgt. In der Alliierten Kommandantur bestehe keine völlige Ãbereinstimmung über das Jugendorganisationsproblem, insbesondere über die Zulassung der FDJ. Die sowjetische Militärregierung erstrebt nach amerikanischer Auffassung eine zentral gelenkte Jugendorganisation, während die amerikanische Militärregierung für ein von unten entwickeltes, demokratisches System eintritt und auch schon mit einem eigenen Jugendprogramm in ihrem Sektor begonnen hat. Die neu errichteten Jugendheime werden täglich von über tausend Jugendlichen besucht. Politische Diskussionen sind verboten. Jedoch sollen Vertreter der Berliner Parteien in "allgemein akademischer Form" zu Wort kommen. Für straffällig gewordene Jugendliche werden besondere Erziehungsheime eingerichtet.
Er erörtert ferner die Hausbrandversorgung des französischen Sektors, die deshalb besonders schwierig ist, weil die französische Zone nicht selbst Kohlen liefern oder der britischen beziehungsweise sowjetischen Zone Gegenleistungen für Kohlenlieferungen bieten kann. Der Magistrat ist der Ansicht, daà diese und andere wichtige Fragen zur Zeit nur behelfsmäÃig, aber nicht grundsätzlich gelöst werden können, da die Alliierte Kommandantur und der Alliierte Kontrollrat begreiflicherweise vor der Moskauer Konferenz, die sich mit den deutschen Problemen beschäftigen wird, keine Entscheidungen grundsätzlicher Natur fällen werden.
Das durch das nationalsozialistische Regime in "Robert-Koch-Krankenhaus" umbenannte Krankenhaus in Berlin NW 21, TurmstraÃe, heiÃt künftig "Städtisches Krankenhaus Moabit", um eine Verwechslung mit dem Robert-Koch-Institut auszuschlieÃen.
Der Magistrat beschlieÃt, die Interessen der Stadt Berlin an der privaten Eisenbahn-Gesellschaft Neukölln-Mittenwalde zu wahren, die auf Grund des Befehls Nr. 124 der sowjetischen Militärregierung vom 30. Oktober 1945 (vgl. Schriftenr. Bln. Zeitgesch., Bd. 1, 30./31.10.1954) beschlagnahmt worden war und nunmehr unter die Verwaltung der Provinz Brandenburg gestellt werden soll.
Im Polizeipräsidium selbst gehören der Polizeipräsident, die Leiter der Abteilungen II und III sowie die Leiter der Personal-Abteilung, der Wirtschaftsabteilung und der Pressestelle der SED an. In der Schutzpolizei sind der Vizekommandeur, der Personalchef, der Sektorassistent für den sowjetischen Sektor und 9 der 20 Polizei-Inspektionsleiter Mitglieder der SED. In der Kriminalpolizei gehören ihr der Leiter, der Leiter der Kriminaldirektion, der Leiter der Personal-Abteilung und dessen Stellvertreter, sowie 20 von den 25 Inspektionsleitern an.
Die Abteilung für Gesundheitswesen teilt mit, daà die sowjetische Besatzungsmacht 1400 Kisten mit Medikamenten zur Verfügung gestellt habe. Eine besondere finanzielle Regelung ermögliche es, auf Kosten der VAB und des Magistrats des sowjetischen Sektors, in "besonderen Fällen" auch Penicillin zu verschreiben.
In Besprechungen zwischen dem Oberbürgermeister und Bundesfinanzminister Schäffer, an denen auch Stadtkämmerer Dr. Haas teilnimmt, wird als Ergänzung zur Haushaltshilfe des Bundes für Berlin in Höhe von monatlich 37 Millionen DM ein Kredit über 62 Millionen DM für die Zeit vom Dezember 1949 bis März 1950 vereinbart. In dem Kreditvertrag, dem noch die Stadtverordnetenversammlung zustimmen muÃ, wird auÃerdem vereinbart, daà Berlin bei einem unverschuldeten Notstand weitere Kredite bis zu 15 Millionen DM in Anspruch nehmen kann. Diese Kreditvereinbarungen bedeuten nur einen geringen Ausgleich für die Kürzung der Haushaltshilfe für Berlin um monatlich 5 Millionen DM.
Der Landesverbandstag beschlieÃt die vollständige Eingliederung des Landesverbandes in den Gesamtverband der DAG und gibt damit die Berlin vom Hauptvorstand der Gewerkschaft gewährten Sonderrechte in finanzieller und personeller Hinsicht auf. Bisher lag die Personalhoheit über die Gewerkschaftsangestellten beim Landesverband, dem auch die Mitgliedsbeiträge in voller Höhe verblieben. Die DAG zählt in Berlin zur Zeit rund 46 000 Mitglieder (vgl. Schriftenr. Bln. Zeitgesch., Bd. 3, S. 654, 29./30.4.1950, Nr. 64).
Volksbildungssenator Professor Tiburtius und der Leiter des Hauptamtes für Leibesübungen, Wilhelm Dumstrey, verleihen im Rathaus Schöneberg 62 Berliner Sportlern, die 1953 deutsche Meistertitel errangen, die Ehrennadel des Senats für sportliche Leistungen.
Auf die Frage des SPD-Abgeordneten Dr. Mommer, ob die Bundesregierung sich einerseits bei den Westmächten schon um eine Zulassung der Deutschen Lufthansa im Berlin-Verkehr bemüht habe und andererseits nach Aufnahme diplomatischer Beziehungen zur Sowjetunion auch sie um die dafür notwendige Zustimmung ersuchen werde, antwortet der Staatssekretär im Auswärtigen Amt, Prof. Hallstein, daà die Berliner Luftkorridore auf Grund der Pariser Verträge z. Zt. noch nur von den drei westlichen Luftverkehrsgesellschaften benutzt werden dürfen und die Frage, ob und wann die Bundesregierung sich um die Zustimmung der vier Mächte zur Zulassung der Lufthansa bemühe, von der Prüfung einer Reihe von Faktoren abhänge, betrieblicher und technischer, insbesondere auch vom Umfang des Flugparks der Lufthansa.
Die Veranstaltungsserie umschlieÃt u. a. Ãbertragungen von Konzerten der Berliner Philharmoniker und des RIAS-Sinfonieorchesters; einer Aufführung der "Hochzeit des Figaro" aus der Städtischen Oper; Hörspielen Berliner Nachwuchsautoren; Predigten des ev. und des kath. Bischofs von Berlin, Dibelius und Weskamm, aus der Kirche am Hohenzollernplatz und der St. Hedwigs-Kathedrale; einer Diskussion zwischen Berliner und westdeutschen Politikern über das Thema "Reichshauptstadt"; einem Studio-Wettbewerb zwischen SFB und RIAS, bei dem der Südd. Rundfunk als "Schiedsrichter" fungiert; einem öffentlichen Auftritt des Kabaretts "Die Insulaner" in Stuttgart.
Parallel zur "Berlin-Woche" führt der "Bund der Berliner" in allen Städten Baden-Württembergs Veranstaltungen durch, steht der Berliner Werbeomnibus auf dem Stuttgarter SchloÃplatz, wo Angestellte des Verkehrsamtes Fragen über Berlin beantworten, bekunden Stuttgarts Geschäfte durch entsprechende Dekorationen ihre Verbundenheit mit Berlin.
Der Intendant des Südd. Rundfunks, Eberhard, berichtet auf der einleitenden Pressekonferenz in Berlin, daà die Idee zu einer solchen "Berlin-Woche" auf die Geburtsstunde des SFB zurückgehe, als er die Ãbernahme möglichst vieler Berlin-Programme versprach, um einer Isolierung der Stimme Berlins im Hinblick auf die Wellenschwierigkeiten entgegenzuwirken.
SFB-Intendant Braun gibt gleichzeitig bekannt, daà z. Zt. mit den anderen westdeutschen und ausländischen Sendern Verhandlungen über die Durchführung ähnlicher "Berlin-Wochen" schweben.
Zum Entwurf des Friedensvertrages meint der Minister, darin spiegele sich das schon 1952 und 1954 erkennbare sowjetische Ziel wider daà Deutschland "isoliert, abgetrennt, in weitem MaÃe demilitarisiert und neutralisiert sowie von einer engen Bindung zu seinen Nachbarstaaten getrennt werden sollte". Diese Haltung sei nicht nur "brutal", wie Bundeskanzler Adenauer betonte, sondern noch schlimmer, nämlich "dumm". Denn die Erfahrungen mit dem Versailler Vertrag zeigten doch, daà man ein so groÃes, vitales und energievolles Volk wie die Deutschen im Zentrum Europas nicht so behandeln und einzwängen könne, wie es die Sowjetunion im Sinne habe. Seiner Ansicht nach würde sich dies auch jetzt nicht bewähren. Daher wünsche der Westen eine möglichst weitgehende Integration Deutschlands in politische, militärische und wirtschaftliche Bündnisse, um zu verhindern, daà es noch einmal den Weg von 1914 und 1939 einschlagen könne.
Freie Wahlen betrachtet Dulles nach wie vor als den natürlichen, wenn auch nicht als den einzigen Weg zur Wiedervereinigung Deutschlands, denn es gäbe alle möglichen Methoden, mit deren Hilfe Länder und Völker zusammenkommen. Er wolle jetzt darüber keine Spekulationen anstellen, sondern lediglich seine Ansicht wiedergeben, "daà wir [nicht] irgendeine Methode als die... alleinige behandeln sollten". Jegliche Wiedervereinigung müsse man jedoch mit Sicherheitsbestimmungen und -beschränkungen koppeln, die die Gewähr dafür bieten, daà die strategische oder politische Position der Sowjetunion nicht geschwächt erscheinen würde. Das von ihm und seinen Kollegen 1955 in Genf unterbreitete Angebot, die militärische Präsenz des Westens nicht über das Gebiet der Bundesrepublik hinaus auszudehnen und die Bündnisse in Ost und West durch eine Art europäischen Sicherheitspakt zu umfassen, wäre ein vernünftiger Ansatz, um bei der Lösung des Problems der deutschen Wiedervereinigung weiterzukommen.
Zum Entwurf des Friedensvertrages meint der Minister, darin spiegele sich das schon 1952 und 1954 erkennbare sowjetische Ziel wider daà Deutschland "isoliert, abgetrennt, in weitem MaÃe demilitarisiert und neutralisiert sowie von einer engen Bindung zu seinen Nachbarstaaten getrennt werden sollte". Diese Haltung sei nicht nur "brutal", wie Bundeskanzler Adenauer betonte, sondern noch schlimmer, nämlich "dumm". Denn die Erfahrungen mit dem Versailler Vertrag zeigten doch, daà man ein so groÃes, vitales und energievolles Volk wie die Deutschen im Zentrum Europas nicht so behandeln und einzwängen könne, wie es die Sowjetunion im Sinne habe. Seiner Ansicht nach würde sich dies auch jetzt nicht bewähren. Daher wünsche der Westen eine möglichst weitgehende Integration Deutschlands in politische, militärische und wirtschaftliche Bündnisse, um zu verhindern, daà es noch einmal den Weg von 1914 und 1939 einschlagen könne.
Freie Wahlen betrachtet Dulles nach wie vor als den natürlichen, wenn auch nicht als den einzigen Weg zur Wiedervereinigung Deutschlands, denn es gäbe alle möglichen Methoden, mit deren Hilfe Länder und Völker zusammenkommen. Er wolle jetzt darüber keine Spekulationen anstellen, sondern lediglich seine Ansicht wiedergeben, "daà wir [nicht] irgendeine Methode als die... alleinige behandeln sollten". Jegliche Wiedervereinigung müsse man jedoch mit Sicherheitsbestimmungen und -beschränkungen koppeln, die die Gewähr dafür bieten, daà die strategische oder politische Position der Sowjetunion nicht geschwächt erscheinen würde. Das von ihm und seinen Kollegen 1955 in Genf unterbreitete Angebot, die militärische Präsenz des Westens nicht über das Gebiet der Bundesrepublik hinaus auszudehnen und die Bündnisse in Ost und West durch eine Art europäischen Sicherheitspakt zu umfassen, wäre ein vernünftiger Ansatz, um bei der Lösung des Problems der deutschen Wiedervereinigung weiterzukommen.
Darin heiÃt es, daà "maÃgebende Kreise" der Sowjetunion mit Aufmerksamkeit die Reden des SPD-Vorstandsmitglieds und Regierenden Bürgermeisters Brandt verfolgten, in denen "kein ganz richtiges Verständnis des Wesens der sowjetischen Vorschläge betreffend West-Berlin an denTag tritt und eine nicht realistische Bewertung der tatsächlichen Lage der Dinge zu verzeichnen ist".
Der Abschluà eines Friedensvertrages und die Schaffung der Freien Stadt würden die Aufhebung des jetzt in West-Berlin bestehenden "Besatzungsregimes" und den Abzug der ausländischen Truppen bedeuten. Als Ergebnis dessen könnten die Selbstverwaltungsorgane der Stadt alle Fragen des inneren Lebens wie die der Verbindungen mit der AuÃenwelt ohne irgendwelchen Druck von auÃen her entscheiden, jedoch unter der Voraussetzung einer Ãbernahme von zwei Verpflichtungen: keinerlei Teilnahme an Vereinigungen und Abkommen militärischer und militärisch-politischer Art, keine Duldung irgendeiner subversiven und feindseligen Tätigkeit gegen die Sowjetunion, die DDR und die anderen sozialistischen Staaten. Nach Schaffung einer Freien Stadt würde die Sowjetunion
Ingesamt also würden Bevölkerung und Verwaltungsorgane West-Berlins gemäà den sowjetischen Vorschlägen alles behalten, "was sie jetzt besitzen", jedoch befreit von "den beschwerlichen Einschränkungen, die mit dem Besatzungsregime verbunden sind". Um so mehr bedauere man in der Sowjetunion, daà die leitenden Männer in West-Berlin nichts dazu beitrügen, die Lösung des ganzen Problems voranzubringen. So unterstütze Brandt den Standpunkt, der Bundesregierung in der Berlin-Frage, obgleich bereits jetzt kaum jemand bezweifle, daà dieser keine Perspektive habe und hoffnungslos sei. Doch wäre es nützlich, wenn bei ihm und anderen Politikern keine Unklarheiten über die wahre Lage herrschten, wenn sie keine unnützen Komplikationen schaffen und um so weniger Illusionen hegen würden. West-Berlin sei doch, allein schon wegen seines geographischen Standorts, niemals ein Bestandteil der Bundesrepublik gewesen, was die Sowjetunion wiederholt und kategorisch feststellte; auch Genf habe diesen Standpunkt bekräftigt.
Seit mehr als einem Jahr habe die Sowjetunion "geduldig" alle Möglichkeiten und Mittel in Anspruch genommen, um die "West-Berlin-Frage ohne Verschärfung, durch Verhandlungen, unter der Berücksichtigung der Interessen aller Seiten zu regeln". Sie erstrebe dies auch jetzt, wobei sie anheim stellt zu überlegen, ob die Schaffung einer freien Stadt nicht in Etappen erfolgen könnte, um die Lösung dieser Frage zu erleichtern. Gelinge dies jedoch nicht, werde es für die Sowjetunion keinen anderen Ausweg geben als den Abschluà eines Friedensvertrages mit der DDR und die Lösung der "West-Berlin-Frage" auf dieser Grundlage, mit allen sich daraus ergebenden Konsequenzen, wie man sie schon mehrfach dargestellt habe. Es sei, so meint Smirnow, "für uns" einfach schwer verständlich, womit die Politiker rechneten, die keine Regelung der "Frage West-Berlin" durch den Abschluà eines Friedensvertrages und durch die Beseitigung des "Besatzungsregimes" dort wünschen. Man könne doch kaum ernstlich glauben, daà die Sowjetunion und die anderen sozialistischen Länder sich mit einer Lösung der Berlin-Frage einverstanden erklären würden, "die der Festigung des Friedens entgegenwirken und ihren grundlegenden Interessen schaden würde".
Darin heiÃt es, daà "maÃgebende Kreise" der Sowjetunion mit Aufmerksamkeit die Reden des SPD-Vorstandsmitglieds und Regierenden Bürgermeisters Brandt verfolgten, in denen "kein ganz richtiges Verständnis des Wesens der sowjetischen Vorschläge betreffend West-Berlin an denTag tritt und eine nicht realistische Bewertung der tatsächlichen Lage der Dinge zu verzeichnen ist".
Der Abschluà eines Friedensvertrages und die Schaffung der Freien Stadt würden die Aufhebung des jetzt in West-Berlin bestehenden "Besatzungsregimes" und den Abzug der ausländischen Truppen bedeuten. Als Ergebnis dessen könnten die Selbstverwaltungsorgane der Stadt alle Fragen des inneren Lebens wie die der Verbindungen mit der AuÃenwelt ohne irgendwelchen Druck von auÃen her entscheiden, jedoch unter der Voraussetzung einer Ãbernahme von zwei Verpflichtungen: keinerlei Teilnahme an Vereinigungen und Abkommen militärischer und militärisch-politischer Art, keine Duldung irgendeiner subversiven und feindseligen Tätigkeit gegen die Sowjetunion, die DDR und die anderen sozialistischen Staaten. Nach Schaffung einer Freien Stadt würde die Sowjetunion
Ingesamt also würden Bevölkerung und Verwaltungsorgane West-Berlins gemäà den sowjetischen Vorschlägen alles behalten, "was sie jetzt besitzen", jedoch befreit von "den beschwerlichen Einschränkungen, die mit dem Besatzungsregime verbunden sind". Um so mehr bedauere man in der Sowjetunion, daà die leitenden Männer in West-Berlin nichts dazu beitrügen, die Lösung des ganzen Problems voranzubringen. So unterstütze Brandt den Standpunkt, der Bundesregierung in der Berlin-Frage, obgleich bereits jetzt kaum jemand bezweifle, daà dieser keine Perspektive habe und hoffnungslos sei. Doch wäre es nützlich, wenn bei ihm und anderen Politikern keine Unklarheiten über die wahre Lage herrschten, wenn sie keine unnützen Komplikationen schaffen und um so weniger Illusionen hegen würden. West-Berlin sei doch, allein schon wegen seines geographischen Standorts, niemals ein Bestandteil der Bundesrepublik gewesen, was die Sowjetunion wiederholt und kategorisch feststellte; auch Genf habe diesen Standpunkt bekräftigt.
Seit mehr als einem Jahr habe die Sowjetunion "geduldig" alle Möglichkeiten und Mittel in Anspruch genommen, um die "West-Berlin-Frage ohne Verschärfung, durch Verhandlungen, unter der Berücksichtigung der Interessen aller Seiten zu regeln". Sie erstrebe dies auch jetzt, wobei sie anheim stellt zu überlegen, ob die Schaffung einer freien Stadt nicht in Etappen erfolgen könnte, um die Lösung dieser Frage zu erleichtern. Gelinge dies jedoch nicht, werde es für die Sowjetunion keinen anderen Ausweg geben als den Abschluà eines Friedensvertrages mit der DDR und die Lösung der "West-Berlin-Frage" auf dieser Grundlage, mit allen sich daraus ergebenden Konsequenzen, wie man sie schon mehrfach dargestellt habe. Es sei, so meint Smirnow, "für uns" einfach schwer verständlich, womit die Politiker rechneten, die keine Regelung der "Frage West-Berlin" durch den Abschluà eines Friedensvertrages und durch die Beseitigung des "Besatzungsregimes" dort wünschen. Man könne doch kaum ernstlich glauben, daà die Sowjetunion und die anderen sozialistischen Länder sich mit einer Lösung der Berlin-Frage einverstanden erklären würden, "die der Festigung des Friedens entgegenwirken und ihren grundlegenden Interessen schaden würde".
Der Regierende Bürgermeister Klaus Schütz stellt fest, die DDR mische sich mit dieser Erklärung erneut in West-Berliner Angelegenheiten ein. "In unserer Stadt ist für eine Partei der unseligen Vergangenheit kein Platz. Wir werden mit dieser Frage im Rahmen unserer Rechtsordnung fertig werden", erklärt Schütz.
Der Senat wendet sich mit einer Erklärung gegen die anhaltende Diskussion über den Ort der Bundesversammlung. Berlin wäre erfreut, wenn im Interesse der Sache die jetzt öffentlich geführte Diskussion endlich ein Ende finden würde. Für den Senat und die Berliner sei die Entscheidung von Bundestagspräsident Eugen Gerstenmaier, die Bundesversammlung am 5. März in Berlin zusammentreten zu lassen, wichtig gewesen.
Ein Sprecher der CDU begrüÃt die Forderung des Senats, im Interesse der Sache keine weitere Diskussion über das Zusammentreten der Bundesversammlung in Berlin zu führen. Die CDU fordert den Senat darüber hinaus auf, nachdrücklich darauf hinzuwirken, daà die verantwortlichen Politiker der Bundesregierung alles tun, um die Entscheidung des Bundestagspräsidenten ohne Zögern zu verwirklichen, und alles unterlassen, was das Zusammentreten der Bundesversammlung in Frage stellen und die Entscheidung nachträglich in Zweifel ziehen könnte.
Die Trauerfeier findet am 19. Januar im Krematorium Berlin-Baumschulenweg statt. Die Urnenbeisetzung erfolgt am 2. April auf dem Zentralfriedhof in Berlin-Friedrichsfelde.
Honecker trifft am 14. Januar in Santiago (Chile) ein.
Vertreter der Bundesregierung und der Parteien reagieren mit Zurückhaltung auf die Freilassung Honeckers und betonen, daà die Freilassung Ergebnis eines rechtsstaatlichen Verfahrens sei.
Am 18. Jan. folgt Günther Kleiber als letzter der im ersten Politbüroprozess verurteilten früheren SED-Spitzenfunktionäre. Kleiber ist ebenso wie Schabowski zu drei Jahren Haft verurteilt.
Krenz wird am 24. Jan. in die Justizvollzugsanstalt Plötzensee (Berlin-Charlottenburg) verlegt. Die Verlegung diene seinem eigenen Schutz, sagt die Sprecherin der Justizverwaltung, Michaela Blume. Das Medieninteresse sei dermaÃen groÃ, dass die Persönlichkeitsrechte von Krenz verletzt würden.
Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit und Bauernpräsident Gerd Sonnleitner begleiten Horst Seehofer am Vormittag des 13. Januar auf dessen erstem Grüne-Woche-Rundgang als Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.
Zu heftigen Diskussionen kommt es an dem gegenüber der Gedenkstätte der Sozialisten aufgestellten Gedenkstein mit der Aufschrift "Den Opfern des Stalinismus".
Am 13. Juli erklärt das Landgericht Berlin die Teilräumung in einem vorläufigen Versäumnisurteil für rechtswidrig. Am Folgetag werden den Bewohnern die Räumlichkeiten durch eine Gerichtsvollzieherin wieder übergeben, die Bauarbeiten abgebrochen und der Polizeidauereinsatz beendet. Nach einem Einspruch des Hauseigentümers gegen das Versäumnisurteil wird dieses am 14. September im regulären Verfahren bestätigt.
Zitierform: Berlin - Chronik. Online-Version : Hrsg. vom Landesarchiv Berlin. - URL: http://www.landesarchiv-berlin-chronik.de (Stand: 13.01.2026)